Eine Revolution - Heyday’s-Poliermittel »clean silver & gold«

Unterstellen Sie mir gern Engstirnigkeit. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Mangelnde Offenheit für Neues. Ich gebe es ja zu. Ich gebe auch zu, dass ich anfangs gar nicht begeistert war von dem Gedanken, das neue Heyday’s-Poliermittel »clean silver & gold« testen zu müssen. Ich habs aber trotzdem getan. Und – was soll ich sagen? Es ist einfach mal Zeit für einen ganz persönlichen Testbericht.

Ich liebe versilberte Instrumente. Warum ich keins habe? Ganz einfach: Ich weiß, wie beschwerlich die Putzerei ist. Ich hatte nämlich mal eins. Und ich hätte auch gern wieder eins. Aber wie gesagt: die Putzerei... Bei einem versilberten Instrument ist die Reinigung einfach eine Sisyphusarbeit. Sie erinnern sich? Sisyphos, dem alten Griechen, der nicht nur Göttervater Zeus geärgert, sondern auch den Tod überlistet hatte, wurde in der Unterwelt eine Strafe für die Ewigkeit auferlegt: Er muss einen Fels einen steilen Hang hinaufrollen. Kurz bevor er ihn aber oben über die Kante schubsen kann, entgleitet er ihm jedes Mal und rollt wieder nach unten. So ähnlich ergeht es Besitzern von versilberten Instrumenten. Sie polieren und putzen, hauchen und wischen, aber sobald sie das mühevoll zum Glänzen gebrachte Instrument wieder zur Hand nehmen, ist es wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Die unvermeidlichen Fingerabdrücke trüben das Bild, und schon nach kurzer Zeit läuft die Oberfläche des Instruments wieder an.

Silber ist ein Edelmetall und kann nicht rosten. Allerdings kann das Silber zu Silbersulfid oxidieren, wenn es mit Schwefel in Berührung kommt. Landläufig nennt man diesen Oxidationsvorgang »Anlaufen«, das Silbersulfid sind die schwarzen Flecken auf dem Metall. Dass dies, ähnlich wie die Fingerabdrücke, unvermeidlich ist, liegt an einem gewissen Schwefelgehalt, den auch die Atemluft aufweist. Dieser Schwefelgehalt ist zwar so gering, dass wir ihn weder riechen noch schmecken können. Aber er reicht vollkommen aus, um auf wunderbar silberhell glänzenden Oberflächen stumpfe, blau-schwarze bis schwarze Flecken zu zaubern. Na toll.Üblicherweise kommt dann der musizierende Neuzeit-Sisyphos und poliert sein Instrument wieder mit einer Polierpaste auf Hochglanz. Das Problem: Jedes Mal wird durch die Polierkörper in der Paste auch das Metall bzw. die Versilberung angegriffen, und irgendwann ist auch die stärkste Versilberung abgetragen. Dafür hat der Musiker nach dem Polieren stets schwarze Hände – na ja, irgendwo muss die Anlaufschicht ja hin! Darum verzichten viele Musiker wie ich auf ein versilbertes Instrument.

Als wir in der Redaktion das Paket mit dem neuen Poliermittel geöffnet hatten, wollte ich eigentlich den Test nicht machen. Warum? Erstens wegen der schwarzen Hände, die man immer vom Polieren bekommt, und zweitens, weil ich an dem Mittel gerochen habe. Normale Poliermittel riechen schon nicht gut, aber Heyday’s »clean silver & gold« war gar nicht nach meinem Geschmack. Was soll ich sagen – ich habs dann doch getan. Und wurde Zeuge eines kleinen Wunders.Die Verwendungsweise ist dabei denkbar einfach: Mit einem trockenen Tuch wird die Politur aufgetragen und leicht mit kreisenden Bewegungen verrieben. Kaum kommt das Mittel mit dem Metall in Berührung, riecht es richtig angenehm – Wunder Nr. 1. Die schwarze Schicht löst sich vermeintlich in Nichts auf, jedenfalls gibt es keinen schwarzen Polierrückstand. »clean silver & gold« löst nicht die Anlaufschicht, sondern kehrt den Oxidationsprozess wieder um. Wunder Nr. 2. Am Ende wird die Oberfläche mit einem weichen und fusselfreien Tuch wieder auf Hochglanz poliert. Das wars schon. Zu einfach? Nein. Endlich einfach. Es geht richtig schnell, riecht bei der Anwendung gut, und man bekommt keine schwarzen Hände von der Arbeit. Gut, man sollte sich vor der nächsten Mahlzeit die Hände waschen, aber das sollte man ja ohnehin.Um einen perfekten Langzeitschutz zu erhalten, empfiehlt der Hersteller die Behandlung mit Heyday’s »silver protection«, einem Langzeitschutz für versilberte Oberflächen.

Fazit

Die Anwendung von Heyday’s »clean silver & gold« ist überaus einfach, höchst effektiv und macht die Reinigung von versilberten Instrumenten zum Kinderspiel. Dabei ist das Mittel nicht teurer als andere Poliermittel. »clean silver & gold« ist eine Revolution. Sonst nichts. Und mein nächstes Instrument ist versilbert. Das ist sicher.

Infos: www.heyday-s.com

  • 21.09.2011
  • clarino.test
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 10/2010
  • Seite 23

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