Eine "Petite Symhpony" - "Elements" von Brian Balmages

»Elements« erschien 2010 im Verlag FJH Music in Florida. Der interessanterweise zweisprachige (französisch und englisch) Untertitel »Petite Symphony« mag übertrieben klingen, aber trotz einer Spieldauer von nur etwa achteinhalb Minuten ist das Werk formal wie eine klassische Sinfonie gegliedert.

Entstanden ist »Elements« im Auftrag des Peak Music Festivals in Texas. Mit dem Auftrag war lediglich die Vorgabe verbunden, ein für den Festivalrahmen passendes Konzertstück zu schreiben. Jeder der vier Sätze bezieht sich auf eines der Elemente, die man in der Antike kannte. Im Konzertrahmen passt das Werk durchaus zu anderen Stücken mit Bezügen zur Mythologie. Sieht man den rein chemischen Aspekt, könnte auch ein kammermusikalisches Stück wie Jan Van der Roosts »Chemical Suite« für Posaunenquartett als Kontrast dazu passen (Satzfolge: Kaliumcyanid, Glyzerin, Chloroform, Äthanol).

1. Air

Der erste Satz von »Elements« erinnert von seinem Charakter her an die Minimal Music. Das zunächst in den Flöten erklingende Vier-Ton-Motiv (Notenbeispiel 1) zieht sich durch den ganzen Satz. Über verschiedenen Einsätzen der Saxofone und Blechbläser, nicht selten von Synkopen oder Triolen geprägt, steigert sich der Satz bis zu seinem ersten Höhepunkt in Takt 26. Mit dynamisch zurückhaltenden Soli in Oboe (ab Takt 38, Notenbeispiel 2) und Klarinette geht der Satz nach und nach zu Ende. Klavier und Stabspiele haben hier eine herausgehobene Rolle; einmal durch das den Satz prägende Vier-Ton-Motiv im Marimbafon und dann durch die gegen­läufigen Akzente im Vibrafon, die für eine gehörige Portion Polyrhythmik sorgen. Nachdem das Vier-Ton-Motiv insgesamt

26 Takte lang vom Marimbafon gespielt wurde, wechselt die Instrumentation noch einmal im letzten Takt, und Bassklarinette, Fagott, Eufonium, Tuba und Klavier setzen mit einer letzten Wiederholung dieses Motivs den Schlusspunkt.

  • 16.12.2014
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 1/2015
  • Seite 66-68

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