Ein Multitalent: Der KORG TM-50TR im Test

Die Trennung von Stimmgerät und Metronom wurde zugunsten von Multifunktionsgeräten schon vor längerer Zeit aufgehoben. Ein Gerät mit den Funktionen, die der Korg TM-50TR für seinen Benutzer bereithält, gab es bislang allerdings nicht. Stimmgerät, Metronom und Intonations- und Klangtrainer in einem kompakten Gerät – es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen.

Gehäuse

In einem schicken silbernen (oder schwarzen) Gehäuse ist es untergebracht, das Wundergerät. Dabei ist es nicht wesentlich größer als eine Musikkassette – für diejenigen unter uns, die sich noch an diese antiquierte Tonträgerform erinnern können.

Auf der Vorderseite finden sich (mit Ausnahme des Lautstärkereglers) alle Bedienelemente. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind Knöpfe nach Funktion getrennt: rechts sind die Bedienelemente für die Metronom, links diejenigen für das Stimmgerät (und den Klangtrainer).

Display

Auf dem Display, das die beiden Funktionen trennt und optisch in einer einzigen Anzeige zusammenführt, leuchtet – je nachdem, welche Funktion aktiviert wurde – entweder die Metronom-Anzeige auf oder die Stimmgerät-Anzeige. Oder beide.

Gelungen ist dabei die Gestaltung der Anzeige: Die Stimmgerät-Anzeige ist farbig, die Metronom-Anzeige ist weiß auf schwarzem Grund. Das macht die Anzeige sehr übersichtlich und aufgeräumt, obwohl wirklich viel gezeigt wird.

Metronom

Das Metronom verfügt mit 30 bis 252 Schlägen pro Minute über ein breites Tempospektrum und kann auch verschiedene Taktarten und sogar Achtelnoten akustisch darstellen. Mit der »Periodic«-Funktion können sogar Taktfolgen eingerichtet werden, um eine Übeschleife akustisch zu unterstützen.

Auf der Rückseite des Geräts ist eine Übersicht über die wichtigsten Tempobezeichnungen und ihren Tempobereich eingegossen. Das ist sehr praktisch, vor allem für jüngere Musiker, die die Tempobezeichnungen noch nicht verinnerlicht haben.

Stimmgerät mit Zusatzfunktion

Die Stimmgerät-Sektion des TM-50TR kann ebenfalls alles, was ein Stimmgerät können muss. Es zeigt an, ob ein Ton zu hoch oder zu tief gespielt wird, lässt sich kalibrieren und findet den gespielten Ton automatisch.

Neu an der Stimmgerät-Funktion des TM-50TR ist, dass das Gerät nicht nur die Tonhöhe erkennt, sondern auch die Dynamik und die Klangfarbe. Alle drei Parameter werden in eigenen Diagrammen dargestellt. So kann der TM-50TR dabei helfen, das Üben effizienter zu gestalten.

Um die Klanganalysefunktion optimal nutzen zu können, kann der Musiker einstellen, ob er ein Holz- oder Blechblas­instrument spielt oder aber ein Streichinstrument.

Wem nützt diese neue Funktion? Denn schließlich sollte sich jeder Musiker beim Üben selbst kritisch zuhören. Das bleibt natürlich auch weiterhin so. Aber gerade Kinder und Jugendliche (die häufig nur ihre Etüden durchspielen) erhalten auch ein optisches Feedback über ihren Ton und haben mit dem TM-50TR ein technisches Gadget, das sie dazu animiert, auch mal Töne auszuhalten, wozu sonst Geduld und Antrieb fehlen. »Gestandene« Musiker bekommen ebenfalls ein optisches Feedback, und zwar ein unbestechliches. Schließlich neigt man manchmal dazu, auch mal fünfe gerade sein zu lassen.

Bestens funktionierende Übehilfe

Wenn man Kritik am TM-50TR anbringen möchte, könnte man auf den ausklappbaren Fuß eingehen, mit dem man das Gerät aufstellen kann. Der Neigungswinkel des TM-50TR ist in manchen Situationen sehr gewöhnungsbedürftig. Hier wäre eine Verstellung mit mehr Rasten wünschenswert, sodass das Display in verschiedenen Standsituationen gleich gut abgelesen werden kann.

Der TM-50TR ist eine lohnenswerte Anschaffung für alle Blech- und Holzbläser, die ein kompaktes Stimmgerät und Metronom benötigen und für vergleichsweise günstiges Geld (UVP 65,50 Euro) eine bestens funktionierende Übehilfe dazubekommen möchten.

Natürlich entbindet das optische Feedback den Übenden nicht davon, die Ohren maximal aufzusperren. Aber eine gute Hilfestellung ist das Analysetool im TM-50TR allemal.

Weitere Infos zum Produkt:

korg.com/de/products/tuners/tm_50tr

  • 04.11.2016
  • Test
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 11/2016
  • Seite 19

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