Ein besonderes Orchester mit gutem Geist - Das Nordbayerische Jugendblasorchester

  • 20.09.2012
  • Szene
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 10/2012
  • Seite 49-51

Das Nordbayerische Jugendblasorchester wird im kommenden Jahr 25. Dirigent ist seit der Gründung Ernst Oestreicher. Diese lange Ära ist nicht die einzige Besonderheit beim Auswahlorchester des Nordbayerischen Musikbundes. Im Orchester weht ein ganz spezieller Geist. Und der kommt nicht von ungefähr.

Veitshöchheim, 1. September. In den Mainfrankensälen, wo im Spätwinter der Frän­kische Fasching seine Hochburg hat und von wo aus eine gern gesehene TV-Sendung zur fünften Jahreszeit ausgestrahlt wird, herrscht auch an diesem lauen ­Samstagnachmittag im Altweibersommer eifrige Betriebsamkeit. Die Plätze im ­Restaurant der Konzerthalle leeren sich, dafür verlagert sich die Aktivität in einen Nebenraum und dann in den großen Saal, auf die Bühne. Es klingt beinahe so wie bei einem Sinfonieorchester, wie sich die Musiker einspielen. Beinahe. Was fehlt, sind die Streicher. Dafür sind Bläser da. Viele Bläser. Als ein Mann die Bühne betritt, ebbt das fröhlich-ausgelassene Tuten und Einblasen ab. Der Mann genießt im Orchester eine große Autorität. Ernst Oestreicher, Bundesdirigent im größten bayerischen Einzel-Blasmusikverband und Chef des Nordbayerischen Jugendblasorchesters, kurz NBJBO genannt. Heute Abend bestreitet das Orchester sein Galakonzert der Herbst-Arbeitsphase. Von Nervosität allerdings noch keine Spur. Merkwürdig, sitzen auf der Bühne doch beinahe ausnahmslos Jugendliche und junge Erwachsene. Sie lassen sich von der Atmosphäre der renommierten Halle nicht beeindrucken, sondern konzentrieren sich auf das, was sie die ­ganze Woche getan haben: aufs Musizieren.

Infos: www.nbjbo.de

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