(Ein-)Atemtrainer »de luxe« - POWERbreathe K3

»Atemtraining – wozu soll das gut sein? Ich will doch bloß spielen!«, das hört man häufig, wenn es um Trainingshelfer für spezielle Bereiche des bläserischen Tuns geht. Dass gerade das Atmen in der Wahrnehmung vieler Bläser als eigenes Trainingsfeld nicht vorkommt, mag manche verwundern. (Andere verwundert vielmehr, dass die Atmung tatsächlich ein eigenes Trainingsfeld sein soll...) Der Atemtrainer »POWERbreathe K3« ist ein Atemtrainer, der es in sich hat. Oder vielmehr ein Einatemtrainer, der es in sich hat.Zugegeben und gleich vorweg geschickt: Der »POWERbreathe K3« kann nicht alles. Er kann genauer gesagt nur die Hälfte. Die Einatmung trainieren nämlich. Oder noch genauer gesagt: die Muskeln trainieren, die für die Einatmung zuständig sind. Denn auch dies sei gleich vorweggenommen: Das richtige Atmen lernt man mit keinem Atem­trainer der Welt. Dafür ist der Mensch immer selbst zuständig. Aber wenn der Mensch die Atmung richtig beherrscht, dann kann ein Atemtrainer gute Dienste dabei leisten, die Muskulatur leistungsfähiger zu machen.

Der Markt der Atemtrainer gibt heu­tzu­tage einiges her. Die meisten Geräte trainieren entweder die Ein- oder die Ausatmung, und die allermeisten Geräte funktionieren mechanisch. Der Nutzer muss also den Wider­stand selbst einstellen und die Trainingsintensität so dosieren, wie er es für richtig hält. Dabei fehlt jedoch ein wichtiges Werkzeug: die Diagnose.Hier liegt sicher der größte Vorteil des »POWERbreathe K3«. Er ist ein funktionaler Trainingspartner, Trainer und Auswertungscomputer in einem Gerät. Aber der Reihe nach.Der »POWERbreathe K3« ist ein elektronisch gesteuertes Trainingsgerät für die Einatemmuskulatur. Die Muskeln also, die den Unterdruck in den Lungen aufbauen, sodass von außen Luft eingesaugt wird. Das Muskeltraining funktioniert dabei immer gleich: Den Muskeln wird ein Widerstand ent­gegen­gestellt, der über den Komfortbereich hinausgeht. Die Muskeln müssen also mehr arbeiten als gewohnt. Gewöhnen sich die Muskeln an die Mehrarbeit (hat sich also ein Trainingseffekt eingestellt), fällt die nor­male Arbeit leichter.

Beim Atemtraining wird der Atemmuskulatur ein Widerstand entgegengestellt, der über das gewohnte Maß hinausgeht. Im Fall des Bläsers kann das Training dabei helfen, schneller mehr Luft zu tanken.Der »POWERbreathe K3« unterstützt den Trainierenden bei den Übungen ganz automatisch. Nach der Eingabe der persönlichen Daten (Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht) beginnt automatisch eine Testrunde mit 30 Atemzügen. Aus dieser Testrunde errechnet der interne Computer die Werte, die fortan als Referenz gelten.Mit mehreren Trainingsprogrammen (unter anderem Warm Up und Cool Down) können Musiker und Sportler ihre Atemmuskulatur trainieren. Dabei kann die Trainings­intensität entweder automatisch eingestellt werden oder aber manuell festgelegt werden. Während der Trainingseinheit (die immer 30 Atemzüge lang dauert, also nur wenige Minuten) wird die Intensität während der Atemzüge gesteigert. Über eine Kon­troll­funktion und ein Statistikmodul kann der Übende auch gleich seinen Trainings­erfolg bzw. die Statistik seiner bisherigen Übungen abfragen. Dabei können verschiedene Bereiche der Atmung unterschieden werden: ausgeübte Kraft der Atemmuskeln, Muskelleistung, Luftmenge und Trainingseffektivität.

Das ausführliche Handbuch erklärt die Übungen genau und macht auch den Umgang mit dem »POWERbreathe K3« fast zu einem Kinderspiel. Zugegeben: Die Menü-handhabung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Trainingseinheiten kommt man auch damit klar.FazitDie Verwendung eines Trainingsgeräts zum Atemtraining ist sicher Geschmacks­sache. Der »POWERbreathe K3« ist jedoch eine professionelle Lösung, die durch ihre umfangreichen Trainings- und Diagnosemöglichkeiten besticht. Der einzige »Makel« an dem Gerät ist, dass es lediglich die Einatemmuskulatur trainiert. Aber mit dem Mehr an Luft übt sichs auch am Instrument viel leichter. . .

Infos:
www.lungentrainer.de
www.powerbreathe.com

  • 21.09.2011
  • clarino.test
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 6/2011
  • Seite 23

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