Dröhnendes Blech und tosendes Holz - Zur Etymologie der Blasinstrumente

  • 30.10.2015
  • Szene
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 11/2015
  • Seite 46-47

Wo hat das Flügelhorn eigentlich seine Flügel versteckt? Welcher Gott lebt im Fagott? Heißt der Zink etwa so, weil er aus Zink gefertigt ist? Wie englisch ist das Englischhorn? Und kann das Bügelhorn ein Bügeleisen ersetzen? – Hinter den Namen der Blasinstrumente stecken häufig kuriose Geschichten und so manche dicke Überraschung. Die Herkunft der Wörter ist dabei nicht immer schmeichelhaft für uns Bläser.

Die Geige hat es nicht anders verdient. Wenn Rossschwanzhaare über Schweinsdarmsaiten reiben, ist das eben eine tierisch-schrille Angelegenheit. Was soll man da noch groß beschönigen? Das Wort »Geige­« kommt vom mittelhochdeutschen »gichzen« – und das bedeutet nichts anderes als »kieksen« oder »quietschen«. Stimmt ja auch, so eine Geige kann manchmal richtig nerven. Gut, dass wir Bläser nur ganz ausnahmsweise kieksen – und dann jedenfalls auf wesentlich feinere Art. Daher trägt ja auch die elegante Königin der Blasinstrumente einen so viel edleren, würdigeren Namen: Trom-pe-te!

Nur: Ganz so würdevoll ist der Name gar nicht. Das Wort »Trompete« leitet sich nämlich von »trume« oder »trumme« ab, was einfach einen lauten Schallerzeuger bezeichnet. Dasselbe Wort steckt in der Trommel, die ja auch in erster Linie zur Steigerung der Lautstärke da ist. Wörtlich genommen, ist unsere edle Trompete also einfach ein »dröhnendes Instrument« – ein Lärmapparat, ein Täterä, ein Trummbumm! 

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