diskantinstrumente - die süßen kleinen? – von wegen: wehe wenn sie losgelassen!

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 3/2006
  • Seite 30-31

Jeder, der im Zuge seiner musikalischen Betätigung schon mit ihnen zu tun hatte, weiß: die Dinger sind gefährlich. Beherrschst du sie nicht, beherrschen sie dich, und das ist dann der Anfang vom Ende der Harmonie. Die Rede ist von Diskantinstrumenten. clarino.print betrachtet die kleinsten Vertreter der Blasinstrumentenfamilien einmal genauer, die ihre Blütezeit nur scheinbar hinter sich haben – sie sorgen auch heute noch vereinzelt für Angst und Schrecken, viel mehr aber doch für allerlei musikalischen Hochgenuss.

Begibt man sich heute auf die Spuren der Diskantinstrumente oder der Diskantlage im Allgemeinen, muss man schon genau hinschauen. Im Taschenlexikon findet sich an der erhofften Stelle nur eine nicht existente Lücke zwischen »Disharmonie« und »Diskette«. Ein schlechtes Omen, möchte man meinen – Disharmonien mag niemand so recht, und Disketten gehören mehr oder minder der EDV-technischen Vergangenheit an. Gut, Disharmonien werden bisweilen mit Diskantinstrumenten in Verbindung gebracht, und mancher wünscht sich, dass die Diskantinstrumente lieber heute als morgen der instrumententechnischen Vergangenheit angehören mögen. So gesehen haben wir also doch einen Eintrag gefunden. Was dem Wort nach so ein bisschen an den gesuchten Begriff erinnert, steht einige Zeilen weiter unten: »Diskont«. Immer mehr in aller Munde, aber nach vielen Skandalen auch in den negativen Schlagzeilen zu finden. Wieder ein schlechtes Zeichen. Wenn das so ist, dann muss die Literatur eben spezieller werden. Tatsächlich bietet auch schon der Fremdwörter-Duden einen kleinen Hinweis: Unter »Diskant« versteht man die dem Cantus Firmus hinzugefügte Gegenstimme oder auch die oberste Stimme, den Sopran. Außerdem bezeichnet »Diskant« eine sehr hohe, schrille Stimmlage beim Sprechen. Die dritte Bedeutung ist die »obere Hälfte der Tastenreihe beim Klavier«. Diese kleinen Wissensfragmente müssen also reichen, um den Diskantinstrumenten näher zu kommen, um herauszufinden, wer sie sind, woher sie kommen, wie sie funktionieren und vor allem, wo sie heute sind.

 

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