Die Monster des Fortschritts - Zum 200. Geburtstag von Adolphe Sax

  • 27.10.2014
  • Szene
  • Hans-Jürgen Schaal/Jochen Mettlen
  • Ausgabe: 11/2014
  • Seite 50-55

Im 19. Jahrhundert »explodierte« der Erfindergeist. Auch Adolphe Sax war Tag und Nacht am Erfinden neuer Apparate und Maschinen, die seine Zeitgenossen oft als monströs und irrsinnig empfanden. Eine dieser grotesken Erfindungen nannte er Saxofon.

Schuld war, was die Historiker die »indu­s­trielle Revolution« nennen: Es gab rasante Entwicklungen in der Metallverarbeitung, der Feinmechanik, dem Maschinenwesen, der Chemie. Vor allem in Europa und Nordamerika gingen neue industrielle Tech­niken, neue praktische Anwendungen und neue zivilisatorische Bedürfnisse in hohem Tempo Hand in Hand. Man nannte das Fortschritt. 

Dem Wunsch nach Mobilität zum Beispiel entsprachen die Schienenlokomotive (1803), das Lauf-Zweirad (1817), die Schiffss­chraube (1826), das Fahrrad (1839), das Luftschiff (1852), die Untergrundbahn (1863), die Straßenbahn (1881), das Motorrad (1885) und natürlich das Automobil (1886). Der Verbesserung der Kommuni­kation dagegen dienten die Fotografie (1827), die elektrische Telegrafie (1837), das Unterseekabel (1850), der Zeitungsdruck (1865), die Schreibmaschine (1873), das Telefon (1876), das Mikrofon (1878) oder der Münzfernsprecher (1889).

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