Die Kunst der Programmgestaltung - Oder: Was zeichnet eine Einladung zu einem guten Essen aus?

  • 21.09.2011
  • Praxis
  • Peter Bucher
  • Ausgabe: 7-8/2002
  • Seite 3 - 4

Für mich gehört die Programmgestaltung zu den größten Herausforderungen eines Dirigenten. Weil es so anspruchsvoll ist und auch immer viel Zeit beansprucht, möchte ich meinem Musikausschuss manchmal die sich zu oberst auf dem Stoss befindenden Werke von Mini-Scores und Demo-CDs vorschlagen. Ich sag Ihnen aber nicht, ob es wirklich schon einmal so weit gekommen ist.

Schon oft musste ich in Zeitnot Programme konzipieren. Rückblickend gesehen hat sich dieses Auswählen unter Stress noch nie gelohnt. Warum eigentlich nicht? Ich kannte die Leistungsstufe des Orchesters, die Sparten waren mehr oder weniger vorgegeben, eine Kammermusikeinlage und ein Solostück sind sowieso immer wieder passend. Auch waren mir die Anzahl Proben bekannt. Es müsste doch klappen? Ähnliches passiert mir immer wieder bei den (leider wenigen) Einladungen wo ich selbst koche. Da mache ich mir im voraus Gedanken darüber was ich kochen könnte. Ich liste alles auf, gehe rechtzeitig Einkaufen und nehme mir genügend Zeit zum Vorbereiten und probiere genügend Weine aus.

 

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