Die Klangbrücke »Lefreque«

Basteln, Tüfteln, Ausprobieren. Musiker sind so. Gibt es das perfekte In­stru­ment? Jeder Musiker wird im Idealfall irgendwann das für ihn perfekte Instrument finden. Aber das ist ja noch lange kein Grund, nicht mehr nach dem »noch perfekteren« Instrument zu suchen. 

Und an dieser Stelle tritt der Holländer Hans Kuijt auf den Plan, der als Erfinder der Klangbrücke »Lefreque« gilt. Zwei schlichte metallene Plättchen sollen Instrumente besser klingen lassen? Mit einer Mischung aus Skepsis und Neugier wagt sich die Redaktion an das Experiment.

Thomas Voigt ist überzeugter Lefreque-Spieler

Thomas Voigt ist momentan viel unterwegs. Wer ihm auf Facebook folgt, kommt fast nicht mehr hinterher, bei welchem Musikalienhändler oder bei welchem Orchester er Lefreque gerade zum Ausprobieren herumreicht. Zwischen zweien dieser Termine hatte er aber tatsächlich kurz Zeit, in der Redaktion vorbeizuschauen. 

Kurz zur Person von Thomas Voigt, der sicherlich ­jedem Messebesucher – aufgrund seiner imposanten Erscheinung und seiner kumpelhaften Art – schon mal aufgefallen ist: Thomas Voigt ist Saxofonist, leitet »Sax for Fun – Das Wuppertaler Saxophonorchester« und ist seit über zehn Jahren überzeugter Lefreque-Spieler. 

Damals war er mit seinem Orchester bei einem Festival auf den studierten Saxofonisten und Physiker Hans Kuijt getroffen und mit der Idee infiziert worden. Heute kümmert sich Thomas Voigt um den Vertrieb von Lefreque in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Südtirol. 

Getestet mit Horn und Klarinette

Ausprobiert haben die Metallplättchen die Redakteure Christian Mayr (Horn) und Cornelia Härtl (Klarinette).

Christian Mayr gibt zu, dass er Lefreque »grundsätzlich neutral – jedoch mit einem gewissen Maß an Skepsis« – begegnet. Denn mal ganz ehrlich, führt er an: »Hier sollen ein Gummiring und zwei Metall­plättchen eine Klangoptimierung oder zumindest eine Verbesserung des Spielgefühls bringen…« 

Vorsichtig ist er auch deshalb, weil er die Preise der Plättchen kennt und Sorge hat, dass diese am Ende doppelt so teuer sein könnten wie das Instrument selbst. Doch gegen diese Vorbehalte hat Thomas Voigt seine Methode: Damit der Eindruck nicht verfälscht wird, klemmt er die Plättchen nacheinander aufs Instrument, ohne dem Tester zu sagen, welches Material bzw. welche Preisklasse aufliegt. 

Christian Mayr: »Klang und Spielgefühl veränderten sich durch die verschiedenen Materialien, Kombinationen, Legierungen mal zum Besseren, mal zum Schlechteren. Manche erschwerten den Anstoß sogar richtig krass, andere machten ihn dagegen butterzart. Bei manchen gab es nach oben keine Grenzen mehr, dafür brach der Ton nach unten komplett weg – und umgekehrt. 

Manche machten den Ton im Mittelregister dünn, manche richtig fett, dafür ging oben und unten gar nichts mehr, usw. usw.« Der Redakteur und Musiker pro­bierte »zig« Materialkombinationen, die aber allesamt noch nicht zum gewünschten und erhofften Aha-Erlebnis führten. 

  • 11.01.2019
  • Praxis
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 1/2019
  • Seite 10-11

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