Die Innsbrucker Promenadenkonzerte: Vergangenheit und Zukunft

Foto: Innsbrucker Promenadenkonzerte

Die »Innsbrucker Promenadenkonzerte« gehen in ihr 25. Jahr. Es wird auch das letzte Jahr sein, in dem Alois Schöpf künstlerischer Leiter der Konzertreihe mit ihren 33 Konzerten und, bei schönem Wetter, insgesamt 65.000 Besuchern ist. Der Dirigent und Musikpädagoge Bernhard Schlögl folgt ihm ab der Saison 2020 nach. Im Gespräch mit Markus Stegmayr blickt Alois Schöpf zurück und Bernhard Schlögl voraus. Und ganz nebenbei definieren beide das ganze besondere Konzept, das die Innsbrucker Promenadenkonzerte auszeichnet und inzwischen international berühmt gemacht hat.

Alois, es ist dein letztes Jahr als künstlerischer Leiter der »Innsbrucker Promenadenkonzerte«. Bitte erzähl mir kurz, wie alles angefangen hat.

Alois Schöpf: Angefangen hat alles im Jahr 1993 im wunderschönen Hof der Sieberer- Schule im Saggen. Dort wurde von Gerda Walton, einer Freundin der Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach und eine ihrer langjährigen Mitarbeiterinnen, alljährlich eine Gartenausstellung organisiert. Wir hatten gleich nebenan das Probenlokal der Stadtmusikkapelle Innsbruck-Saggen.

Während der Gartenausstellung wehte es uns immer wieder volkstümliche Musik herüber. Wir, das waren vor allem Peter Gartner – der heutige ärztliche Leiter des Gesundheitszentrums Parkhotel Igls, mein damaliger Vizekapellmeister – und einige andere Musikerkolleginnen und -kollegen, die innerhalb der Kapelle eine Art Intellektuellenzirkel bildeten: Wir waren der Ansicht, dass diese grässliche kommerzielle Beschallung gegen unseren Ehrenkodex als Musiker verstieß.

Peter und ich stiegen daher über den Zaun, der unser Areal von der Gartenausstellung trennte, besuchten die stets freundliche und für neue Ideen offene Gerda Walton und schlugen ihr vor, dass wir ab dem folgenden Jahr die Musik zur Gartenschau organisieren würden. Das war 1993.

Die Anfänge bei der Gartenausstellung

Im Jahr 1994 begannen somit die »Innsbrucker Promenadenkonzerte«, deren 25-Jahre-Jubiläum wir heuer feiern. Zuerst waren es nur zwei Konzerte mit der eigenen Musikkapelle. Ein Jahr später fingen wir an, Kapellen von »außen« einzuladen. Es war noch alles sehr einfach, die Bühne bestand aus ein paar nebeneinander montierten Partyzelten gegen den Regen.

Die Gartenausstellung war damals sehr menschlich, sehr intim, an heißen Sommertagen geradezu idyllisch. Wenn es am Abend dann in Strömen regnete, erinnerte die Szenerie an einen Fellini-Film. An schönen Wochenenden kamen Tausende von Besuchern. Die Leute saßen auf den Bänken, tranken ein Bier und hörten der Musik zu.

Wir expandierten von Jahr zu Jahr und luden, wenn ich mich richtig erinnere, zuletzt sieben Musikkapellen ein. Leider wurde die Gartenschau dann eingestellt, weil sie aufgrund ihres Erfolgs auf privater Basis nicht mehr zu bewältigen war.

Übersiedelung in die Hofburg

Wir mussten uns also um einen neuen Konzertplatz umschauen. Hier kommt nun die hohe Politik ins Spiel. Durch die Regierung Schüssel wurden nämlich die öffentlichen Prunkgebäude Österreichs in eine Bundesimmobiliengesellschaft ausgelagert und dazu angehalten, für zusätzliche Einkünfte zu sorgen.

So stand auch die Verwaltung der Innsbrucker Hofburg plötzlich der Idee aufgeschlossen gegenüber, im barocken Innenhof, der über eine herausragende Akustik verfügt, Konzerte zu veranstalten.

  • 21.06.2019
  • Szene
  • Markus Stegmayr
  • Ausgabe: 4/2019
  • Seite 56-58

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