Die Herbstkonzerte der Westfalen Winds: Kosmopolitischer Lokalkolorit

Foto: Hajo Dress Photography

Die Herbstkonzerte der Westfalen Winds – am 9. November in der Stadthalle Attendorn und am 10. November im Kurhaus Bad Fredeburg – haben es in sich: der Abschied des langjährigen Leiters, ein international gefeierter Solist und eine Auftragskomposition aus sauerländischer Feder. Wir haben die drei Protagonisten Ulrich Schmidt (Dirigent), Reinhold Friedrich (Solo-Trompete) und Tobias Schütte (Komponist Auftragskomposition) getrennt voneinander befragt…

Ulrich Schmidt im Gespräch

Nach über zwölf Jahren erfolgreicher Arbeit werden Sie das Amt als künstlerischer Leiter niederlegen – warum eigentlich?

Der Gedanke, die Orchesterarbeit durch Impulse von »außen« zu bereichern und frisch zu halten, ist schon mehrere Jahre alt. Die Musiker, die Westfalen Winds sind, zeichnen sich durch ein außerordentlich hohes Engagement in künstlerischer Hinsicht und auch in Bezug auf den Einsatz von Zeit und finanziellen Mitteln aus. 

Das Spektrum unserer Mitglieder ist vermutlich mit einigen Auswahl­orchestern oder ähnlich arbeitenden Projektorchestern vergleichbar und umfasst sehr ambitionierte Laien bis hin zu professionellen Musikern, die als Lehrer arbeiten oder in deutschen Berufsorchestern spielen. Unabhängig von ihrer Profession tragen aber alle Mitglieder die gesamten Kosten der Orchesterarbeit gleichermaßen in vollem Umfang.

Neben diesen Rahmenbedingungen habe ich den größten Respekt vor dem zeitlichen und musikalischen Engagement der Mitglieder und sehe mich in der Verant­wortung, diesen Einsatz durch eine anspruchsvolle Programmauswahl mit immer auch unbekannten Werken und eine be­reichernde Probenarbeit zu würdigen. 

Da ich diese Würdigung als von der Person des Diri­genten unabhängigen Faktor begreife, habe ich die Möglichkeit eines Wechsels in der künstlerischen Leitung im Laufe der Zeit immer wieder thematisiert. Und um diesen Prozess irgendwann auch gezielt einzuleiten, habe ich gemeinsam mit dem Vorstand Anfang 2017 einen konkreten Zeitplan festgelegt, um den Wechsel vorzubereiten.

  • 19.12.2018
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2018
  • Seite 48-51

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