die flöten des balkans - die alten volksinstrumente kaval, ney und supelka

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz X.A. Zipperer
  • Ausgabe: 12/2004
  • Seite 28-31

»Nachdem ich mit Halef, Omar und Osco in Begleitung der drei Kawassen Adrianopel verlassen hatte, waren wir noch nicht lange geritten, so hörten wir Hufschlag hinter uns«, lässt uns Karl May in seiner Reiseerzählung »In den Schluchten des Balkan« wissen. Bei seiner Reise gab es aber nicht nur dieses Geräusch, das ihn begleitete. Er lernt in diesen Schluchten auch die Flöten des Balkans kennen. Da sie in ihrer Art so vielfältig sind, kann hier nur eine kleine Auswahl betrachtet werden: die Kaval, die Ney und die Supelka. Sie unterschieden sich selbst innerhalb des Balkangebietes in Größe und Form. Sie tauchen in den einzelnen Ländern auch unter anderen, meist jedoch ähnlichen Namen oder in anderen Schreibweisen auf. Der gemeinsame Ursprung aller dieser Flöten liegt vermutlich im alten armenischen Kulturraum.

Schon der Begriff an sich ist nicht leicht zu definieren: Was ist eigentlich der Balkan? Laut Lexikon handelt es sich dabei um »ein tertiäres Faltengebirge in Südosteuropa, dessen Hauptkamm im heutigen Bulgarien liegt. Der Begriff selbst stammt aus der türkischen Sprache. Diese habe den Balkanraum zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert schrittweise unter ihre Kontrolle gebracht und war bis ins 20. Jahrhundert hinein dort vorherrschend. Übersetzt bedeutet Balkan so viel wie »Gebirge«.

 

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