die erfolgsgeschichte von einem trompeter, der keiner war - joseph victor von scheffel, franz w. kirchhofer und das lauschige schwarzwaldstädtchen bad säckingen

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Evamarie Meier
  • Ausgabe: 7-8/2003
  • Seite 12-14

Manchmal, erzählt der Trompeter von Säckingen, manchmal stehen den Besuchern Tränen in den Augen, wenn sie dieses Trompetenstück hören. Das »Behüt’ dich Gott« ist eine ergreifende kleine Melodie zu einem romantischen Versepos, und »der« Trompeter alias Monika Huber bläst Touristen gegen einen Obulus das Rührstück von »Jung Werner« vor. Vorher hüllt sie sich in Samt, Seide und Brokat wie ihr historisches Vorbild Franz Werner Kirchhofer aus dem 17. Jahrhundert, und so dient die 21-jährige Hobbytrompeterin (wie übrigens zwei weitere Darsteller) dem Image von Bad Säckingen. Oder besser: der Trompeterstadt Bad Säckingen.

Diesen Namenszusatz, der ihr ursprünglich eher zufällig in den Schoß gefallen ist, hat sich die 17 000-Einwohner-Stadt inzwischen redlich verdient. Bad Säckingen verfügt über ein einzigartiges Trompetenmuseum, und der literarische Trompeter findet sich nicht nur als Skulptur im Schlosspark, sondern auch als Wirtshausschild an etlichen Gasthöfen und als Logo auf jedem Brief der Stadtverwaltung. Im Internet können sich die Fans einschlägige Postkarten aus alten Zeiten downloaden, und einige Jahre lang veranstalteten Museum und Stadt regelmäßig »Trompeter-Tage« mit Workshops und Konzerten.

 

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