Die Blockflötenbande: Erlebnismusizieren im Gruppen und Klassenunterricht

Foto: Bernhard Gortheil

Gemeinsames Musizieren macht Spaß, motiviert, weckt die Neugierde und lässt Fähigkeiten entdecken. Erfolgserlebnisse fördern das Wir-Gefühl und soziale Kompetenzen. Gruppen- und Klassenunterricht bieten unterschiedlichste Kooperationsmöglichkeiten. Wie bei einem leckeren Menü bedarf es vieler unterschiedlicher Zutaten, die gekonnt dosiert und variabel zusammengestellt das (Geschmacks-)Erlebnis ausmachen.

Menüplanung

Gruppen- und Klassenunterricht nehmen im Musikschul-, Grundschul- und Vereinsalltag einen zunehmenden Stellenwert ein. Es gibt die unterschiedlichsten Kooperationsformen; häufig sind Musikschulen in den Grundschulunterricht eingebunden. So findet der Blockflötenunterricht beispielsweise im regulären Musikunterricht, in AG-Form oder in der Betreuungszeit statt.

Die Dauer der Unterrichtsangebote ist oft den Bedürfnissen der Schulen und Vereine angepasst. Gruppen- und Klassenunterricht sind Angebote, die Kindern aus allen Bevölkerungsschichten den Zugang zum Musizieren ermöglichen. Um auf diese Unterrichtsangebote aufmerksam zu machen, ist gezielte Werbung wichtig, sei es durch aussagekräftige Flyer, Vorspiele oder Info-Veranstaltungen.

Zutaten-Rezeptvorschläge

In diesem Artikel werden praxiserprobte, bewährte Unterrichtsinhalte, Regeln und Rituale für den Anfangsunterricht auf der Sopranblockflöte vorgestellt. Gleich einer Rezeptur sind die Beispiele als Ideen- und Anregungszutaten gedacht. Es gibt kein Patentrezept. Von Beginn an sollten die »Banden-Kids« die Zuneigung und Liebe zu diesem – ihrem Instrument und der besonderen Unterrichtsform erfahren: Wir sind eine coole Gemeinschaft, musizieren und lernen gemeinsam, halten zusammen und haben Erfolgserlebnisse.

Regelmäßiges Üben (möglichst täglich in Form von kleinen Einheiten) ist neben Durchhaltevermögen ein Schlüssel zum Erfolg. Idealerweise erhalten die Schüler die Empfehlungen im Beisein der Eltern. Ein Infoblatt ist zusätzlich hilfreich.

Der Umgang mit den Kindern muss dem Alter entsprechend angepasst und authentisch sein. Dabei sollen die Kinder in erster Linie lernen, Fehler und Fehlverhalten zu vermeiden. Hilfreich für diese Zielsetzungen sind von Beginn an Regeln und Rituale.

Die Sitzordnung in Verbindung mit einer kindgerechten Bestuhlung ist ein wichtiger Baustein für eine gute Lernatmosphäre. Wahlweise eignet sich in Abstimmung mit der Stundengestaltung eine kreisförmige oder hufeisenförmige Anordnung der Stühle (ohne Armlehnen). Alle Kinder sehen sich und sind gut erreichbar. Beide Sitzordnungen eignen sich für einen aktiven Unterricht, der neben dem Musizieren auch Gespräche und Diskussionen beinhaltet. Beim Einsatz einer Tafel, Flipchart o. Ä. ist die Hufeisenform zu bevorzugen.

  • 11.06.2019
  • Praxis
  • Bernhard Gortheil
  • Ausgabe: 3/2019
  • Seite 19-21

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