»Deutsches Musiktreffen 60 plus«: Interview mit Prof. Dr. Hans-Walter Berg

  • 26.01.2016
  • Szene
  • Thomas Fink
  • Ausgabe: 2/2016
  • Seite 54-55

Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) veranstaltet vom 16. bis 18. September das »Deutsche Musiktreffen 60 plus«. 2013 hieß diese Veranstaltung »Deutsches Orchestertreffen 60+« und wandte sich an Orchester und Ensembles. Sie war nicht nur ein gelungenes Gemeinschaftserlebnis für alle Teilnehmer, das Treffen wurde auch zu einem großen musikalischen Erfolg und setzte wegweisende Impulse.

Auch diesmal wurde Bad Kissingen als Veranstaltungsort gewählt, wieder ist Prof. Dr. Hans-Walter Berg für Organisation und Projektleitung zuständig. Wie kaum ein anderer lebt und verkörpert er auch das Motto dieser Veranstaltung: »Länger jung mit Musik«. Im Interview nennt er Details dieser Veranstaltung.

2013 kamen ausschließlich Ensembles und Einzelmusiker zum Treffen nach Bad Kissingen mit insgesamt rund 1100 Musikern. Diesmal sind auch Chöre willkommen. Warum?

Der Urgrund des Instrumentalspiels liegt im Singen. Umgekehrt ist die Singstimme bereits ein Instrument, das alle Menschen in ihrem Körper besitzen. Chorsingen und Musizieren in der Gruppe sind zwei Seiten einer Medaille und gehören deshalb zusammen. Für beide gilt:

  • sie beugen durch regelmäßige, freundschaftliche Kontakte drohender Einsamkeit vor
  • sie stellen fordernde, geistig anregende Aufgaben, die Freude bereiten
  • sie wecken Lebensenergie und Willenskraft.

Muss man unbedingt einem Chor oder einem Orchester angehören oder kann man auch »solo« nach Bad Kissingen kommen?

Die Einladung nach Bad Kissingen ergeht in erster Linie an ­feste Orchester und Chöre. Aber auch Sänger- und Instrumentalgruppen sowie einzelne Seniorenmusiker sind herzlich willkommen. Sie können sich in offe­nen Orchestern und Chören an verschiedenen Stellen aktiv einbringen.

Wer kann sich anmelden? Ist eine gewisse Leistungsstufe erforderlich?

Die Antwort ist einfach: Jeder Instrumentalist, der nach einfach gesetzten Noten spielen kann, und jeder Sänger, dessen Stimme – auch mit Einschränkungen – trägt, darf mitmachen.

Wie kamen Sie gerade auf Bad Kissingen als Veranstaltungsort? Die Stadt ist als Baye­risches Staatsbad in ganz Europa bekannt für seine Kur, aber Musik?

Bad Kissingen bietet beste Voraussetzungen: Die Veranstaltungssäle im Regentenbau, der Arkadenbau, das Kurtheater und die Wandelhalle mit Drehbühne liegen fußläufig dicht beieinander. Die Stadt bietet genügend Hotels mit mehreren tausend Betten in allen Preisklassen. Bad Kissingen liegt in der Mitte Deutschlands und ist

von überall gut erreichbar. Das Staatsbad und die Stadt haben bereits beim ersten Orchestertreffen 2013 verlässliche und äußerst hilfreiche Unterstützung geleistet. Und schließlich bietet die Stadt eine besonders für Senioren angenehme Wohlfühlatmosphäre.

Wie sieht die bisherige Programmplanung aus?

Die ganze Veranstaltung erstreckt sich über drei Tage. Sie beginnt am Freitagabend, 16. September, mit einem spannenden Eröffnungskonzert. Darin sind auf der erweiterten Bühne im großen Max-Littmann-Saal die für das Treffen vier typischen Einheiten – Akkordeon-, Blas-, Zupf- und Streichorchester – sowie die drei typischen Chor-Formationen – Männer-, Frauen- und gemischter Chor – aufgestellt. Diese sieben Formationen stellen sich zunächst einzeln vor, um dann in einem Spezial-Arrangement gemeinsam zu agieren. Der Samstag bietet dann eine Mischung von aktiv Mitmachen, Zuhören, Beobachten, Kommunizieren. Hier ist also für jeden etwas Interessantes dabei. Am Sonntag wird ein ökumenischer Gottesdienst angeboten, und am Mittag dürfen in einer Abschlussfeier sämt­liche aktiven Instrumentalisten und Chorsänger mitgestalten.

« zurück