Der Spielmannszug des Musikkorps der Bundeswehr: Fußball, die Bremer Stadtmusikanten und ein junger Trommler

Der Rasen unter den Stiefeln frisch genässt, der Blick frei geradeaus und 62 000 Menschen, die gerade die Textzeile »...sind des Glückes Unterpfand« singen. Die Sticks fest in der Hand, bereit, im nächsten Moment allen Zuschauern eine Gänsehaut zu bereiten.

Trommler im Spielmannszug

Aron Schüßler ist 18 Jahre alt und absolviert aktuell seinen freiwilligen Wehrdienst beim Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg. Hier ist er als Trommler im Spielmannszug eingesetzt. Bereits in seinen ersten drei Dienstmonaten im Musikkorps erlebte er fast das komplette Spektrum, das die Militärmusik zu bieten hat.

»Nach dem Abschluss der allgemeinen Grundausbildung wurde ich nach Siegburg versetzt und sofort ins kalte Wasser geworfen. Bereits in vier Wochen sollte meine erste Musikshow bei der ›Musikschau der Nationen‹ in Bremen anstehen, die zum letzten Mal stattfand«, so Aron im Gespräch. Für den jungen Gefreiten eine ganz neue Situation, wurde er zwar vorher auf musikalisches Können geprüft, jedoch noch nicht im »Protokollhandwerk« ausgebildet.

Im Eiltempo wurden die Grundbewegungen des musikalischen Formaldienstes eingeübt, einige Märsche auswendig gelernt und die Zusatzuniformen für Musiker der Bundeswehr organisiert. »Eine besondere Herausforderung war unsere eigene Trommelshow. Die war wirklich anspruchsvoll und musste bei mir bis Ende Januar sitzen.«

Die allererste Musikshow

Und ehe er sich versah, stand er auch schon hinter dem Vorhang der ÖVP-Arena in Bremen. Gegenseitig korrigieren die jungen Soldatinnen und Soldaten des Spielmannszugs den Protokollanzug. Es werden Krawatten gerichtet, Verbandsabzeichen zurechtgerückt und das Barrett glattgezogen.

Nervös sind alle, aber für einen ist es die allererste Musikshow. »Du machst das! Du kannst das! Es kann dir nichts passieren, wir stehen hinter dir und rocken das gemeinsam!« Stabsunteroffizier Michael Renner versteht es, seinen jüngsten Registerkollegen zu motivieren. Der Tambourmajor, Stabsfeldwebel Armin Jakobi, dreht sich ein letztes Mal zu »seinen« Leuten um, zwinkert ihnen zu und spricht ein leises »Toi, toi, toi!« Das Stillgestanden wird befohlen und die Show beginnt.

  • 25.04.2017
  • Schwerpunktthema
  • Michaela Thömmes
  • Ausgabe: 5/2017
  • Seite 42-43

« zurück