Der König der Blasmusik - Ernst Mosch

Mehr als 150 Alben, über 44 Millionen verkaufte Tonträger – Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten waren die erfolgreichste Blaskapelle der Welt. Talent, Fleiß, Perfektion und ein Klangideal: Das war Moschs Erfolgsgeheimnis. Umgerechnet hat er mehr als drei Jahre seines Lebens in Aufnahmestudios verbracht. Der »Karajan der Volksmusik« aus Falkenau (Sokolov) in Böhmen starb 1999 in seinem Haus in Germaringen bei Kaufbeuren.

Bundespresseball 1955, es ist Karnevalszeit am Rhein. Politiker und Journalisten, die ja nicht immer optimal miteinander auskommen, treffen sich hier einmal ganz entspannt im festlichen, fröhlichen Rahmen. Zum fünften Mal veranstaltet die Bundespressekonferenz, eine Vereinigung der deutschen Journalisten, diese jährliche Demonstration republikanischer Zusammengehörigkeit. Es wird gespeist, getanzt, geredet und gelacht. Der Bundeskanzler heißt 1955 Konrad Adenauer, der Bundespräsident Theodor Heuss. Gerade wurde die Bundeswehr gegründet, die Karnevalssendung »Mainz, wie es singt und lacht« ging erstmals über die Fernsehbildschirme, die Souveränität der Bundesrepublik steht unmittelbar bevor, das Wirtschaftswunder blüht.

Für Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchester ist der Bundespresseball – im Kurhaus von Bad Neuenahr vor den Toren Bonns – der wichtigste Termin des Jahres. Volle neun Stunden lang spielt das Orchester auf – bis in den frühen Morgen. Um den Musikern Pausen zu gönnen, reduziert Lehn das große Ensemble hin und wieder auf kleinere Besetzungen. Für eine dieser Einlagen ruft er seinen 1. Posaunisten nach vorne. Der soll ein Zwischenprogramm mit böhmischer Blasmusik leiten. Das angeheiterte Publikum aus der Bundeshauptstadt tanzt begeistert zu »Rosamunde« und »Herz-Schmerz-Polka« und fordert Zugabe um Zugabe. Ein erstaunlicher Erfolg in den Tagen der Mambo-Mode und des heraufdämmernden Rock ’n’ Roll.

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 10/2010
  • Seite 26-29

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