Der Gott der Flöte - Kokopelli, ein Indianer-Mythos

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 11/2010
  • Seite 38

In vielen Kulturen rund um die Erde gilt die Flöte als magisches Instrument. Ihre Töne beschwören Geister, beleben die Natur, locken die Tiere an, verführen zur Liebe, eröffnen Tiefen der Meditation, geleiten die Seelen ins Totenreich. Ob beim griechischen Gott Pan, bei Mozarts Zauberflöte oder beim Rattenfänger von Hameln: Die Flöte hat Zauberkraft. Aus ihr bläst göttlicher Atem oder die bestäubende Seele des Windes.Auch die Indianer im trockenen Südwesten der USA, vor allem in Arizona, glauben an die Magie der Flöte. Auf mehreren tausend alter Felsmalereien und Felsritzungen findet man die Figur des Kokopelli, eines Fruchtbarkeitsgottes, der in gebeugter Haltung – als tanze er oder spiele mit großem Ausdruck – seine Flöte bläst. Die Urheber der ältesten, 1000 bis 3000 Jahre alten Darstellungen waren Anasazi, ein längst ausgestorbener Indianerstamm. Bis heute jedoch lebt der Glaube an Kokopelli weiter: bei den Hopi, Zuni, Taos, Acoma, Navajo oder Winnebago und – so heißt es – auch bei verschiedenen südlichen Indio-Stämmen bis hinunter nach Peru.

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