Der »Funke« springt über - »Böhmische Skizzen« von Josef Jiskra

Jiskra« ist nicht nur ein Name. »Jiskra« ist das tschechische Wort für »Funke«. Und der springt bei den »Böhmischen Skizzen« des gebürtigen Böhmen Josef Jiskra sicher über, denn der Name »Jiskra« bürgt auch für hohe Qualität bei Blasmusikkompositionen.Josef Jiskra hat sich nicht nur in der sogenannten sinfonischen oder konzertanten Blasorchesterszene als Komponist etabliert, sondern auch bei den traditionellen Blaskapellen. Diese Art von Musik, die volkstümliche, oder besser gesagt die Volksmusik, liegt Josef Jiskra besonders am Herzen. Das kann man an der Zahl seiner traditionellen böhmischen Stücke ablesen, das sieht man aber auch an der volksmusikalischen Prägung vieler seiner Konzertwerke: »Prager Walzer«, »Mährische Skizzen«, »Slowakische Fantasie«, um nur einige wenige zu nennen.Die vorliegenden »Böhmischen Skizzen« komponierte Jiskra als Parallele zu seinen »Mährischen Skizzen«, die sich schon seit mehreren Jahren großer Beliebtheit im Blasmusikvolk erfreuen. Den Auftrag zu den »Böhmischen Skizzen« erhielt er vom Musikverlag Johann Kliment im Rahmen der Mid Europe 2009. Das Werk wurde im Frühjahr 2010 am gleichen Tag in Nabburg (Oberpfalz) und in Ellbögen (Tirol) uraufgeführt.

Josef Jiskra

träumte in seiner Jugend davon, »ein großer Dirigent und ein großer Komponist zu werden. Geworden bin ich ein kleiner Dirigent und ein kleiner Komponist – aber ich bin glücklich!«. Unweit des Geburtsorts von
Bedˇrich Smetana begann auch Josef Jiskras musikalische Laufbahn – erst mit der Geige, dann mit der Posaune, die er als 16-Jähriger schon im Sinfonieorchester spielte, und die er als 18-Jähriger bereits am Prager Konservatorium studierte. Für seine Karlsbader Blaskapelle »Karlowarka« schrieb er volksmusikalisch geprägte Stücke, für die er auch verschiedene Kompositionspreise erhielt. 1979 zog Jiskra nach Deutschland und war von 1980 bis 1999 Musikdirektor der Stadt Crailsheim (Baden-Württemberg), wo er die Stadt- und Jugendkapelle bei Musikwettbewerben und Wertungsspielen zu hohen Auszeichnungen führte. Über 100 Kompositionen und über 200 Arrangements schrieb Josef Jiskra in den vergangenen Jahren. Neben den charakteristischen böhmischen Stücken, die ihm sehr am Herzen liegen, kamen im Lauf der Zeit auch immer mehr konzertante Kompositionen für Blasorchester dazu. Das erste große sinfonische Werk gab der Blasmusikverband Baden-Württemberg 1989 bei Josef Jiskra in Auftrag, der heuer seinen 75. Geburtstag feierte.

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 10/2010
  • Seite 56-57

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