Der Dirigent - Motivation ist die Musik

Die Oktober-Ausgabe stand ganz im Zeichen des Dirigenten. Und bereits im Vorfeld war uns klar, dass man innerhalb eines einzigen Schwerpunkts nicht das Wesen des Mannes oder der Frau am Pult restlos erklären kann. Vor allem aber die Antworten der befragten Dirigentinnen und Dirigenten fielen deutlich umfangreicher aus als erwartet. Aus dem Grunde kommt hier das Sequel: »Der Dirigent, jetzt erst recht«.

Wir stellten in unserem Fragenkatalog unter anderem die Frage, wie viel General (oder gar Diktator) in einem Dirigenten ­stecke und wie viel Teamplayer. Die Wahrheit lag laut allen Beteilgten irgendwo in der Mitte. »Wer nicht beides hat, dem fehlt etwas«, meinte etwa Renold Quade. 

Timor Oliver Chadik verfasste ein kurzes Essay zu dieser Fragestellung: »Historisch betrachtet war die Generation großer Dirigenten wie George Szell und Arturo Toscanini jener Typus von Dirigent, der für den mit großer Macht und Autorität ausgestatteten Dirigenten steht. Dirigenten, die sicherlich vereinfacht als ›Diktatoren‹ vor dem Orchester bezeichnet werden können. Ich selber kann mich an eine Tonaufnahme Toscaninis erinnern, in der er mit der Leistung einer Orchestergruppe nicht zu­frieden war und diese dann entsprechend vehement und lautstark korrigierte. Mir zu­mindest war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass das Wort ›Contrabassi‹ zu einem Schimpfwort werden kann…

  • 17.10.2012
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2012
  • Seite 46-48

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