Der Cembalist des Flötenkönigs - Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach

  • 19.02.2014
  • Szene
  • Ausgabe: 3/2014
  • Seite 48-49

Friedrich II. von Preußen war ein leidenschaftlicher Flötenspieler. Sein Kammercembalist Carl Philipp Emanuel Bach schrieb großartige Flöten­musik. Dennoch kamen die beiden nicht recht zusammen. Für Johann Sebastian Bach war es immer wieder ein Ärgernis, dass er von aristokratischen Auftraggebern wie ein »Diener« behandelt wurde. Weil er seinen Söhnen ­diese Erfahrung ersparen wollte, ermöglichte er ihnen das Jura-Studium: Als studierte Juristen sollten sie über das Wissen, die Bildung, das Prestige verfügen, um auch vom Adel respektiert zu werden. Keiner der Bach-Söhne ist am Ende Jurist geworden, sie wurden alle Musiker. Aber ihr gesellschaftliches Selbstbewusstsein als Künstler hat von der akademischen Ausbildung sehr profitiert.

Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788), der Zweitälteste, arbeitete zwar 30 Jahre lang für Friedrich den Großen, fühlte sich aber nie als dessen »Diener«. ­Immer wieder kam es zu Spannungen zwischen dem preußischen König und seinem führenden Cembalisten. Seine Popularität erlangte C.P.E. Bach nicht dank seiner Stellung bei Hofe, sondern durch sein Wirken in den Berliner Bürgersalons. 

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