der ard-klarinettenwettbewerb - déjà vu: hohes niveau, aber kein erster preis

Zum 11. Male fand in München der »ARD-Klarinettenwettbewerb« in Kombination mit anderen Kategorien statt. 1998 gewann der Franzose Nikolas Baldeyrou einen 3. Preis – der 1. und der 2. Preis wurden nicht vergeben. Nach dem Motto dieses Jahres: »Auf der Suche nach dem Klassikstar« gab es zwei überragende Gewinner: Olivier Patey (2. Preis) und Florent Pujuila (3. Preis) – beide aus Frankreich. Aber wieder einmal wurde kein 1. Preis vergeben. Dagegen gab es bei den anderen Kategorien, nämlich Gesang, Kontrabass und Trompete, 1. Preise. Gelten bei der Klarinette strengere Maßstäbe? Man staune: Den einzigen 1. Preis bis heute im Fach Klarinette erhielt 1968 Franklin Cohen (USA). Lange ist es her.

Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb 2003 für die Jahrgänge 1975 bis 1986 (Altersgrenze: 17 bis 28 Jahre). Die Zahl der Teilnehmer war gegenüber 1998 (67 Kandidaten aus 25 Ländern) rückläufig: nach einer Vorauswahl wurden 43 Teilnehmer aus 23 Ländern zugelassen. Am stärksten vertreten waren Deutschland, Frankreich (mit jeweils fünf Kandidaten), Japan und Italien (die jeweils vier Kandidaten stellten), dann Tschechien (drei), Finnland, Russland und Israel (zwei) und mit je einem Kandidaten dabei waren die USA, die Schweiz, Belgien, Norwegen, Schweden, Polen, Ungarn, Österreich, Rumänien, Lettland, Slowakei, Slowenien, Portugal, Spanien und Taiwan. Seltsam, dass Großbritannien, das eine große Klarinettentradition hat, mit keinem Teilnehmer vertreten war.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Wilfried Berk
  • Ausgabe: 12/2003
  • Seite 17-18

« zurück