Das voestalpine Blasorchester und der Eiserne Ring

Werksorchester haben in Europa eine lange Tradition. Mittelständische Unternehmen bis hin zu Weltkonzernen unterstützen die kulturelle Freizeitgestaltung ihrer Mitarbeiter. Bekannt sind in Deutschland beispielsweise das Große Sinfonische Blasorchester Mercedes Benz Werk Wörth in Kandel, die Audi Bläserphilharmonie Ingolstadt oder das Bayer-Blasorchester Leverkusen.

Das voestalpine Blasorchester

Auch der Weltkonzern voestalpine unterhält an seinem Stammsitz in Linz ein Werksblasorchester. »voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologie- und Industriegüterkonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz, fokussiert auf Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen in technologie­intensiven Branchen und Nischenbereichen mit höchstem Qualitätsanspruch« – so ist auf der Website zu lesen. Der Hauptsitz von voestalpine ist in Linz.

Leitspruch von voestalpine ist »One Step Ahead – Einen Schritt voraus«. Das voest­alpine Blasorchester fühlt sich diesem Leitspruch und der Tradition verpflichtet und zeigt sich der Erneuerung und dem Wandel mutig aufgeschlossen. Folglich nimmt auch die Auseinandersetzung mit modernen, avantgardistischen Werken beim voestalpine Blasorchester einen sehr hohen Stellenwert ein.

Insgesamt besteht das voestalpine Blasorchester aus 65 Musikern, davon 21 Frauen. Der Großteil des Orchesters besteht aus aktiven und ehemaligen Mitarbeitern der voestalpine. Am Standort Linz arbeiten rund 15 000 Mitarbeiter für das Unternehmen (inklusive Subfirmen). Dadurch ergibt sich eine große Anzahl von Amateurmusikern, die einen Teil ihrer Freizeit dem Blasorchester widmen. Oftmals sind es Musiker, die auch bei einem Vereinsorchester in ihrer Heimatgemeinde mitwirken.

Hinzu kommen interessierte Musiker aus dem Großraum Linz, die in einem Orchester mit einem hohen musikalischen Qualitätsanspruch mitspielen möchten. Das voestalpine Blasorchester ist kein Ausbildungsblasorchester, es gibt also keine Nachwuchsarbeit. Die Besetzung ist fix reglementiert – im Bedarfsfall wird nachbesetzt.

Der Dirigent Alois Papst

Seit 2016 leitet Alois Papst (Jahrgang 1984) als verantwortlicher Kapellmeister das Blasorchester. Papst schloss Anfang Oktober 2016 sein Bachelorstudium »Blasorchesterleitung« bei Thomas Doss am Claudio-Monteverdi-Konservatorium in Bozen sowie an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz (Nebenfächer) ab.

Neben dem voestalpine Blasorchester leitet er seit 2008 den Musikverein Gaspoltshofen und unterrichtet das Fach »Dirigieren« am Oberösterreichischen Landesmusikschulwerk. Mit dem voestalpine Blasorchester hat sich für ihn persönlich eine in seiner Heimat Oberösterreich fast einzigartige Möglichkeit aufgetan, seine Tätigkeit als Blasorchesterdirigent beruflich auszuüben.

Auftragskomposition von Thomas Doss

Das voestalpine Blasorchester hat jährlich verschiedene musikalische Fixpunkte. Der absolute Höhepunkt jeden Jahres ist das große Jahreskonzert im Brucknerhaus Linz. Am 30. November 2017 fand unter der Leitung von Alois Papst unter anderem die Uraufführung von »The Iron Ring« von Thomas Doss statt.

Dieses Werk ist ein Kompositionsauftrag an Thomas Doss. Auftragswerke werden vom Orchester in regelmäßigen Abständen vergeben. Somit möchte das Orchester auch die zeitgenössische, originale Blasorchesterliteratur fördern.

In diesem Jahr war die Idee, ein Werk in Auftrag zu geben, das die Geschichte des Unternehmens musikalisch aufarbeitet. Nachdem sich auch das Unternehmen selbst darum sehr bemüht, war das Thema naheliegend.

  • 17.01.2018
  • Szene
  • Alexandra Link
  • Ausgabe: 1/2018
  • Seite 49-51

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