das ventil war ein wendepunkt - das horn als soloinstrument – von barock bis spätromantik

Das Angebot an Konzerten und Sonaten, die für das Horn komponiert wurden, ist sehr umfangreich und vielseitig. Schon im Barock komponierte Georg Friedrich Telemann drei Konzerte; ein Konzert für ein Horn, ein Konzert für zwei Hörner und ein Konzert für drei Hörner. Alle Konzerte sind für Solohorn/Solohörner mit Orchesterbegleitung (Streicher, Oboen, Cembalo) geschrieben.

Bekannt sind auch zwei Konzerte für zwei Hörner von Antonio Vivaldi. Damals stand den Musikern und Komponisten nur das Naturhorn zur Verfügung. Auf dem Naturhorn war es nur möglich, die Obertonreihe oder im Volksmund die Naturtonreihe mit der Tonfolge C, c, g, c1, e1, g1, b1, c2, d2, e2, f2 (Alphorn »FA«), g2, a2, b2, c3, d3, e3 (Alphorn) zu spielen. Damit die Komponisten möglichst viele verschiedene Töne zur Verfügung hatten, wurden die Werke des Barocks hauptsächlich in der oberen Lage der Naturtonreihe geschrieben (Clarinlage). Mit der weiteren Mensurierung der Instrumente sind die Werke des Barocks und der Frühklassik heute schwerer zu blasen als im 16./17. Jahrhundert (eng mensurierte Instrumente). Im »Brandenburgischen Konzert Nr. 1 in F-Dur« von Johann Sebastian Bach sind neben Streichern und Oboen auch zwei Hörner in mehreren Passagen solistisch eingesetzt. In der »Feuerwerks-« und »Wassermusik« von Georg Friedrich Händel treten die Hörner neben Oboen und Trompeten ebenfalls solistisch aus dem Orchesterklang heraus. In den Werken des 16. und 17. Jahrhunderts wurden aber die Hörner hauptsächlich als Orchesterinstrumente eingesetzt. Erst mit der Erfindung des Stopfens (etwa 1740) wurde das Horn chromatisch. Bekannt aus dieser Zeit sind sicher die Konzerte für Horn und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Lukas Christinat
  • Ausgabe: 3/2005
  • Seite 34-35

« zurück