Das Stiefkind des Konzerts - »Concerto in B-Dur« von Antonio Vivaldi, arr. Markus Rebehn

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 3/2011
  • Seite 60-61

Antonio Vivaldi war ein Meister des Instrumentalkonzerts seiner Zeit – allerdings schrieb er die meisten Solokonzerte für Violine oder Flöte. Ein einziges Konzert schuf er für Trompete – und dann gleich für zwei Solo-Trompeten, Streicher und Basso Continuo: sein »Concerto in C major« (RV 537). Das ist durchaus eine Rarität, denn Konzerte für zwei Solo-Instrumente und Orchester sind eher ein Stiefkind in der Musikgeschichte. Trotzdem – oder gerade deswegen – hat Markus Rebehn sich dieses Werks angenommen und es für zwei Solo-Trompeten und Blasorchester bearbeitet.Wie der Originalname »Concerto in C major« verrät, steht das Konzert ursprünglich in C-Dur. Der Bearbeiter Markus Rebehn hat die Blasorchesterversion einen Ganzton tiefer nach B-Dur transponiert, damit sie ohne Pikkolo-Trompeten gespielt werden kann. So ist das Konzert für eine größere Anzahl an Orchestern spielbar.

 

Antonio Vivaldi

wurde 1678 in Venedig geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Priester – bereits mit 25 erhielt er seine Priesterweihe. Doch schon nach kurzer Zeit gab er sein Priesteramt auf und arbeitete als Instrumentallehrer für Violine, Violoncello und Viola d’amore. Bekannt wurde Vivaldi vor allem für seine fast 500 Instrumentalkonzerte, von denen 241 für Violine erhalten sind. Er widmete sich aber auch den Bläsern: Neben 39 Fagottkonzerten schrieb er Konzerte für Oboe, Flöte, Horn und Trompete. 1740 zog er nach Wien, da sein vorangegangener Stilwandel – weg vom Barock, hin zum »Style galant« – unattraktiv für das venezianische Publikum wurde. Zehn Monate nach seiner Ankunft starb er 1741 in Wien.

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