das prinzip bläserklasse (1) - von den anfängen der kleinen unterrichtsrevolution

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Bertram Voigt
  • Ausgabe: 10/2003
  • Seite 20

Vor etwa 15 Jahren begann die Umsetzung einer Idee, die den Alltag nicht nur zahlreicher Schulmusiker, sondern auch den vieler Musikpädagogen an Musikschulen und in Musikvereinen und letztlich besonders aber vieler Schüler zu revolutionieren versprach. Die Rede ist vom Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten – einem Unterrichtsmodell, das einer Gruppe von 25 bis 30 Kindern, meist im Alter um zehn Jahre (5. Klassenstufe), die Möglichkeit eröffnet, mit einem Blasinstrument ihrer Wahl – von der Querflöte bis zur Tuba – gemeinsam zu musizieren. Dabei sind Vorkenntnisse eher hinderlich. Alle Klassenmitglieder sollen auf gleicher Wissensstufe beginnen. Das programmierte Chaos? Mitnichten.

Wie kam es zu dieser revolutionären Idee? Fakt ist, dass sich dieses Modell nicht aus der Schule heraus entwickelte, sondern von den Musikinstrumenten-Herstellern ausging. Sie stellten einen verhängnisvollen Rückgang an verkauften Instrumenten fest. Trotz hoher Investitionen in Werbung und Marketing brachen die Umsätze ein. Die logische Konsequenz: Neue Wege zu suchen, um die junge Generation von Schülern als zukünftige Instrumentalisten – und damit auch als zukünftige Kunden – für das aktive Musizieren zu begeistern. Nur über die allgemein bildende Schule konnten alle Kinder und deren Eltern erreicht werden, die nicht mit dem aktiven Musizieren in Kontakt kamen. In der nächsten Folge stellen wir die verschiedenen Modelle der Bläserklassen vor.

 

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