Das Münchner Sprungbrett - Der ARD Musikwettbewerb findet zum 60. Mal statt

Im Finale, so scheint es, ist der Titel Programm: »Nobody knows de trouble I see« wird hier von den Trompetern gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester dargeboten. Hat man es mit der Trompete bis dorthin geschafft, hat man vier Runden und fast 14 Tage überstanden. Der Komponist Bernd Alois Zimmermann hat mit dem Finaltitel ein Werk geschaffen, das nach seiner eigenen Aussage »seelische Tiefenschichten wie Angst und Hoffnung berührt« – also wie geschaffen für einen Wettbewerb. Die Teilnehmer des 60. ARD Musikwettbewerbs werden ab 29. August ein Lied davon singen können. Etwa 400 Bewerbungen gehen Jahr für Jahr am Rundfunkplatz 1 in München, wo der Bayerische Rundfunk beheimatet ist, ein. In diesem Jahr waren es unter anderem für das Fach Trompete 85 und für das Fach Oboe 127. Mit dem 60. ARD Musikwettbewerb werden sich also fast 25 000 Musikerinnen und Musiker um einen Preis beworben haben. Sie machen das nicht nur aufgrund der beachtlichen Preisgelder, die in München vergeben werden (der 1. Preisträger im Fach Trompete kann theoretisch auf 30 500 Euro Preisgeld kommen, der bei den Oboisten immerhin auf 26 000). Sie machen das auch und vor allem wegen des herausragenden Renommees dieses Wettbewerbs und der damit verbundenen Großchance für die berufliche Zukunft. Allein für den Mut, sich per Ton­träger einer »blinden« Jury zu stellen und für den ersten Durchgang zu bewerben, gebührt den Bewerbern Respekt. Wer sich ­bewirbt, sollte musikalisch einiges auf dem Kasten haben und im Falle des Erfolgs auch über das nötige Selbstbewusstsein ver­fügen. Denn ein Zuckerschlecken werden die dann folgenden möglichen vier Runden nicht: »Nobody knows de trouble I see«...

Infos: www.br-online.de/br-klassik/ard-musikwettbewerb

  • 21.09.2011
  • Aktuell
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 7-8/2011
  • Seite 34-36

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