Das Kornett - Vom Signalhorn zur Jazzstimme

Der junge Louis Armstrong spielte es. Ebenso der Instrumenten­bauer Charles Gerard Conn. Und auch W.C. Handy, der »Vater des Blues«. Heute ist das Kornett – einst ein verbreitetes Virtuosen­Instru­ment – fast nur noch in Blasorchestern und Brassbands zu hören.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann man, die Blechblasinstrumente mit Ventilen auszustatten. Damit wurde es möglich, auf ihnen über ihren gesamten Tonumfang hinweg chromatisch zu spielen. Nicht nur Horn und Trompete, die zuvor schon dank Handstopftechnik und Klappenmechanik halbwegs »chromatisiert« worden waren, wurden zunehmend mit Ventilen gebaut, sondern es entstand auch eine ganz neue Familie von Pumpventil-Instrumenten, die »Bügelhörner«. Zu ihnen gehören unter anderem Flügelhorn, Tenorhorn, Basstuba, Helikon und das (erst um 1900 erfundene) Sousafon. Auch das Kornett, der »cornet à pistons« (wörtlich: kleines Ventilhorn), verdankt seine Existenz der Entwicklung der Ventile. Seine ventillose Urform war das Posthorn bzw. das Signalhorn der französischen »Chasseurs« (Jäger), also der leichten Infanterie des Heeres. Ein Monsieur Halary soll das Ventilkornett 1828 erstmals gebaut haben, sein Landsmann Besson entwickelte es 1837 weiter. Ein Jahr später erfand ein Monsieur Périnet das moderne Pumpventil (»Périnet-Ventil«), wie es bis heute im Kornett verwendet wird.

  • 20.09.2012
  • Szene
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 10/2012
  • Seite 47-48

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