Das Ensemble Blechlabor - Auf die richtige Mischung kommt es an

Das Konzert in der evangelischen Kirche in Hülben auf der Schwäbischen Alb am Sonntagabend ist restlos ausverkauft. Im Altarraum hat sich das Ensemble Blechlabor im Halbkreis aufgestellt und die Ouvertüre aus dem Film »Dancer in the Dark« füllt mit Metro-Goldwyn-Mayer-Sound den Kirchenraum bis in den letzten Winkel. »Die große Besetzung ist natürlich ein Highlight«, strahlt Dirigent Tobias Rägle. Im Jahr 2007 hat er die richtige Mischung für das Blechlabor zusammengestellt. »Das war gar nicht so einfach«, meint der Cheflaborant rückblickend. Nach exzellenter Ausbildung und einigen Zwischenstationen saß der studierte Bassposaunist irgendwann im Orchestergraben des Ulmer Theaters. »Mein Orchester, mein Dienstplan, mein Urlaubsanspruch – das kann nicht alles sein«, dachte sich der Umtriebige und startete eine Telefonkonferenz. »Wer die wirklich starken Stücke der Blechbläserliteratur intonieren will, braucht Mensch und Material.«Rägle ist in der Südwest-Szene kein Unbekannter. Geboren im Schwarzwaldstädtchen Neuenbürg, ist der gelernte Instrumentenmacher von jung auf mit Blechfrauen und -männern auf Du und Du. Als umtriebiger Dirigent und Bassposaunist – im Posaunenchor ebenso zu Hause wie in hochkarätigen Ensembles (beispielsweise Hohenlohe Brass) – kennt er mittlerweile jede und jeden, der ambitionierte Blechbläsermusik machen möchte. »Zuallererst musste ein Konzert veranschlagt werden, denn ohne Lockstoff kommt zum einen niemand hinter dem warmen Ofen hervor, zum anderen ist die Gefahr groß, dass sich die Truppe nach ein, zwei Proben verläuft.«

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Georg Waßmuth
  • Ausgabe: 5/2011
  • Seite 44-45

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