Das artifizielle Element - Die Geburt der Kammermusik aus dem Geiste des Madrigals

Die ersten einleitenden Wehen zur Geburt der Kammermusik finden sich, als in der Renaissance die Weltlichkeit als Parameter von Musik entdeckt wurde. Es kam zu einer deutlichen Trennung der musikalischen Prinzipien. Nicht mehr die vita contemplativa der mittelalterlichen Theologie stand dominant bis ausschließlich im Vordergrund des musikalischen Tuns, sondern Dichtung und Musik knüpften nun an sehr weltliche Gegebenheiten an: Naturbilder, Erzählung von Liebeserlebnissen, erotische, satirische oder auch politische Inhalte. Inhalte, mit denen in ersten Zügen eine eigenständige Struktur weltlicher Musik und Musikübung der bürgerlich-gebildeten Stände begründet wurde, die dann zunächst zur literarisch wie musikalisch selbstständigen Madrigalkunst des 16. und 17. Jahrhunderts führte.

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Wolfgang G.P. Heinsc
  • Ausgabe: 3/2007
  • Seite 14

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