Darstellung eines Gesprächsverlaufs - "Diskurs" von Richard Heller

  • 25.03.2014
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 4/2014
  • Seite 66-68

Richard Hellers »Diskurs« (Loosmann Musikverlag) ist das fünfte von bisher sechs Werken für Blasorchester aus der Feder des ­Komponisten. Es erklang zum ersten Mal im Dezember 1995 in der Ober­allgäuer Kreisstadt Sonthofen. Im Rahmen eines Konzerts, das weitgehend aus Uraufführungen deutscher Kompositionen bestand, spielte das Sinfonische Blasorchester des Leopold-Mozart-Konservatoriums Augsburg unter Leitung von Lothar Uth.

Wie in vielen seiner Kompositionen versucht Richard Heller auch in »Diskurs« eine Verbindung zwischen »absoluter Musik« (rein nach formalen Gesichtspunkten gestaltet) und »Programmmusik« (Musik, die eine Geschichte erzählt) zu schlagen. Unter dem Begriff »Diskurs« ist eine eingehende Erörterung zu verstehen. Man mag sich die Orchestermusiker bzw. die Register als Diskutanten vorstellen, ganz gleich zu ­welchem Thema. Die »Gesprächspartner« werden gleich zu Beginn vorgestellt. Den Piano-Nachhall der einleitenden Fortissimo-Akkorde bilden jeweils andere ­Instrumentengruppen (Notenbeispiel 1). Innerhalb der ersten elf Takte ist jedes ­Instrument einmal »zu Wort« gekommen.

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