Darf man oder darf man nicht? - Märsche und Bearbeitungen sind wieder »hoffähig«

  • 21.09.2011
  • Bläsermusik heute
  • Alois Brandenberg
  • Ausgabe: 10/2001
  • Seite 8-9

Märsche (in bearbeiteter Form) und Bearbeitungen von Orchesterwerken für Blasorchester scheinen eine Renaissance zu erleben. Speziell der Marsch ist nicht mehr aus Konzertsälen verbannt. Dies konnte ich auch bei mehreren Besuchen der »Midwest Clinic« in Chicago feststellen.

Bearbeitete Märsche Überrascht hat mich vor allem die gespielte Vielfalt von traditionellen Märschen im »neuen Kleid«, d.h. in der Auffassung des Bearbeiters. Man kann damit einverstanden sein oder aber bei gewissen (Militär-)Märschen mit Skepsis reagieren. Dabei ist allerdings in Betracht zu ziehen, wie diese Märsche bearbeitet wurden und wie sie ihnen das neue klanglichen Gewand »passt«. Hier stellte ich fest, dass die Orchester gekonnt und überzeugend die Marschbearbeitungen zum Klingen brachten. Bei Märschen wird eine Bearbeitung/Transkription dann ins Auge gefasst, wenn man einen sehr bekannten Marsch spielen will, jedoch der Klangkörper größer oder kleiner als der ursprünglich intendierte ist. Werden die Stimmen hier gut verteilt, schadet die Transkription dem Original in keiner Weise.

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