Dag Jensen - von Klischees, Rohren und enthusiastischen Polizisten

  • 19.11.2013
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 12/2013
  • Seite 44-46

Dag Jensen ist ein vielbeschäftigter Mann. Er ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater München, er bewertet Vorträge beim renommierten ARD-Musikwettbewerb in München, er ist Mitglied im Bläser­ensemble Sabine Meyer und im Ensemble Villa Musica und er nimmt Solo-CDs auf. Sein jüngstes Werk: die Sonaten 1027, 1028 und 1029 für Viola da Gamba und Cembalo von Johann Sebastian Bach. Jensen spielt sie natürlich mit dem Fagott.

CLARINO: Herr Jensen, warum ist das Fagott eigentlich immer noch ein Nischeninstrument?

Dag Jensen: In den vergangenen Jahren hat es deutlich Zuwachs gegeben. Aber es stimmt, es ist nach wie vor so, dass wir Fagot­tisten keine so große Konkurrenz wie die Flötisten oder Klarinettisten haben – was natürlich auch ein bisschen ein Vorteil ist. Dass Kinder und Jugendliche nicht so oft dieses Instrument wählen, hat mög­licher­weise auch einfach finanzielle Gründe. Ein Fagott ist nun mal ein bisschen teurer. Die Musikschule, in der ich lernte, hatte erst, als ich gegangen bin, genug Geld gespart, um ein Fagott zu kaufen. Billige Flöten gibt es ja zuhauf, Klarinetten bekommt man auch relativ günstig und die funktionieren dann auch so, dass Kinder und Jugendliche damit Spaß haben. Und dann führt das Fagott natürlich auch ein bisschen ein Schattendasein. Auch im Orchester: Es gibt schöne Oboen- oder schöne Flöten-Soli oder man hört eine Trompete oder ein Horn. Das Fagott erfüllt häufig eine etwas andere Funktion im Ensemble oder im Orchester. Es ist ein Bass- oder Mittelstimme-Instrument. Es tritt relativ selten solistisch hervor.

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