Crossover mit Blasorchestern

Selfie von und mit Mona Harry (links)

Viele Musikschaffende aus dem Bereich der Blasmusik kennen das aktuelle Phänomen: Zuhörer bleiben entweder ganz weg; mindestens aber werden sie durchweg älter. Die Generation »70 Plus« ist in Blasmusik-Konzerten am ehesten vertreten und erwartet zudem noch ein traditionelles Programm.

Meist trifft man dort ein über die Jahre gewachsenes, treues Stammpublikum und auch die jüngere Generation adaptiert dieses »alte« Grundgefühl: Blasmusik bedeutet Marsch, Polka und Walzer. Wie bekommt man frischen Wind in die staubige Szene?

Ein junges Publikum begeistern

Kehrt man den Ansatz einmal um, zeigt sich ein anderes Bild: Es liegt in der Verantwortung des Dirigenten, auch Kindern und Jugendlichen die klangliche Vielfalt eines Blasorchesters aufzuzeigen – kaum eine andere Orchesterformation bietet eine solche Bandbreite an Repertoire und kann aus dem Vollen mehrerer Epochen und Instrumentengruppen schöpfen!

Aus langjähriger Erfahrung mit (Jugend-)Blasorchestern weiß ich, was es heißt, Augen und Ohren immer offen zu halten. Es gibt so viele musikalische Einflüsse aus allen Ländern der Welt, aus Epochen und Genres, die wir nutzen können, um ein zeitgemäßes Musizieren im Blasorchester aufzubauen und damit letztlich auch ein jüngeres Publikum zu begeistern.

Natürlich ist die heutige Jugend die Generation der schnellen Schnitte, der YouTube-Channels und der »On Demand«-Verfügbarkeit von Musik. Aber das hautnahe Miterleben eines Konzerts, das Schaffen eines Musikerlebens, das der eigenen Lebenswelt entspricht, hat einen zeitlosen Reiz.

Ein jüngeres Ensemble mit innovativen Konzepten zieht ein jüngeres Publikum an und die ganze Szene wird neu belebt – so der Grundgedanke.

  • 21.06.2019
  • Schwerpunktthema
  • Manuel Grund
  • Ausgabe: 5/2019
  • Seite 40-41

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