crazy chris kramer - über das saxofon der armen leute

  • 21.09.2011
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 1/2004
  • Seite 28

»Viele Leute probieren dieses Ding einfach mal aus – und nach fünf Minuten entdecken die den Neger in sich.« Dieses Ding, das ist die Mundharmonika, und der, der das sagt, hat nicht nur seine Blues-Seele entdeckt, sondern ist nach eigener Aussage sogar verrückt nach dem kleinen Instrument – Crazy Chris Kramer. Doch ist die Mundharmonika eigentlich ein vollwertiges Instrument? Oder wird dieses Teil eher als Gag benutzt oder gar nur dann, wenn der Sänger den Text vergessen hat?

Klar, räumt Chris Kramer ein, dieses unscheinbare Ding werde nicht besonders ernst genommen. Es wirke eher wie ein Spielzeug. Man assoziiert sofort den bekannten Schlager vom »Jungen mit der Mundharmonika«. Bernd Klüver lässt grüßen. Dieser Schlager ist aber nicht wirklich der Grund, warum der 33-jährige Dortmunder dem klingenden Blech verfallen ist. Verfallen ist er in erster Linie dem Blues – wobei man dann auch bei den eingangs erwähnten Afroamerikanern ist. Denn die damaligen Sklaven haben mit der diatonischen Mundharmonika – der so genannten Bluesharp – nach der Plackerei auf den Plantagen den eigenen Stil »erfunden«.

 

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