»Chanson de deux« für Flöte, Klarinette und Blasorchester von Gerhard Fischer-Münster

  • 15.12.2017
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 12/2017
  • Seite 65-67

Mit seiner Pensionierung eröffnen sich Gerhard Fischer-Münster, der am 17. November seinen 65. Geburtstag feierte, neue Möglichkeiten der Tagesgestaltung: »Ich kann jetzt durchkomponieren ohne Rücksicht auf Unterrichte, Proben, Prüfungen oder musikalische Bürokratie«, sagt der ehemalige Dozent am Mainzer Peter-Cornelius-Konservatorium.

Der Komponist Gerhard Fischer-Münster

Da sowohl sein Vater als auch sein Großvater komponierten, war das Aufschreiben von Klängen auch für den Enkel bald etwas Natürliches. Nachdem er als Jugendlicher zunächst für Dvořák und Borodin schwärmte, entdeckte er bald auch die Musik von Igor Strawinsky für sich. Aber auch die Leichtigkeit und Eleganz, die speziell viele französische Kompositionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auszeichnet, ist in Fischer-Münsters Musik zu finden.

Seinen Doppelnamen hat er sich übrigens nur zugelegt, weil es von Seiten der GEMA erforderlich war. »Es gab zu viele Mitglieder mit dem Namen Fischer und sogar bereits einen älteren Gerhard«, erzählt er, und so wurde der erste Teil seines Heimat­ortes Münster-Sarmsheim auch Bestandteil seines Namens.

Das »Chanson de Deux«

Ausgangspunkt dieser Komposition ist ein sanftes Thema, das im Wechsel oder gemeinsam in reger Konversation umspielt und in verschiedene Stimmungen versetzt wird. Die Idee lässt Assoziationen an den »Pas de deux« im künstlerischen Tanz zu.

Der Untertitel der Komposition lautet »Fünf Variationen über ein eigenes Thema«. Fischer-Münster hat sich sozusagen bei sich selbst bedient, bezeichnenderweise aus einer Komposition mit engem Bezug zum Thema »Tanz«. Es ist das Chanson »La Complainte de la Limace« (Klagelied der Schnecke), das im Auftrag der Musik- und Ballettschule Puisaye-Fonterre in Frankreich (zwischen Orléans und Dijon) entstanden ist.

Getreu seinem Leitsatz, dass er »Kam­mer­musik für sinfonische Besetzung« schrei­ben wolle, beginnt der Komponist das Werk mit einer entsprechend dünn in­stru­mentierten fünftaktigen Einleitung, in der sieben mittlere und tiefe Blechbläser melodisch und rhythmisch oft selbstständig geführt sind.

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