carolyne maraghi in hongkong - wer geld verdienen will, muss auch mal was riskieren

Wer sich seinen Lebensunterhalt mit dem Blasinstrument verdienen will, der muss ab und an auch mal von ausgetretenen Pfaden abweichen und das eingehen, was ein Leben als Berufsmusiker ohnehin meist ist: ein Risiko. Das bedeutet auch, mal ein fünfmonatiges Engagement in Hongkong anzunehmen. Was in Zeiten von SARS oder Hühnergrippe ohnehin schon riskant genug ist. Carolyne Maraghi, kanadische Profi-Trompeterin von Rang, hat solch ein Abenteuer auf sich genommen. clarino.print sprach exklusiv mit der Berufsmusikerin über ihre Erfahrungen.

»Das asiatische Publikum ist sehr, sehr enthusiastisch«, erzählt Maraghi, noch immer begeistert von der Atmosphäre bei den Auftritten ihrer Band im »Grand Hyatt Hotel« in Hongkong. »Die Menschen gehen dort sehr spät aus, und so konnte es schon mal sein, dass am Anfang unseres Sets nur zehn Zuschauer da waren. Aber die gingen ab wie die Wahnsinnigen. Zwischen den Songs reden sie dann auch mal mit dir und wünschen sich ungefragt einen Song.« Etwas seltsam wurde es aber, wenn Zuschauer sämtliche Hemmungen verloren und sich ihrem Lieblingsinstrument widmeten: »Manchmal kam einer während eines Songs auf die Bühne und ließ sich mit mir fotografieren. Ich meine: Während des Songs! Das würde in Kanada nie jemand machen.«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Richard Goerlich
  • Ausgabe: 3/2004
  • Seite 26-28

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