»carmina burana« - lieder von anno dazumal mischen die bläserwelt auf

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Zipperer, Iwer und C
  • Ausgabe: 7-8/2005
  • Seite 34-39

suitenartig und bläserrelevant dirigent jörg iwer stellt neue »carmina burana«-fassung vor Der Zyklus »Carmina Burana« der Gruppe »Corvus Corax« ist schon ein ganz besonderes Werk, denn die zwölf eigenständigen Titel, aus denen das Gesamtwerk suitenartig zusammengestellt ist, sind allesamt Kollektivkompositionen der gesamten Gruppe, angefangen von der Textauswahl bis hin zu kompositorischen Details. Diese in unseren Breiten völlig ungewöhnliche Kompositionsmethode setzt natürlich voraus, dass sich die Beteiligten wirklich gut verstehen, eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen. Es hat aber das bemerkenswerte Resultat, dass das Werk letztlich »objektiver« ist als eine Komposition einer Einzelperson, und damit auch ein Stück weit näher am Publikum. Zum dritten ist es das derzeit einzige größere Werk weltweit, das mittelalterliches Instrumentarium wie Dudelsack und Gordon, Drehleier und Trumscheidt mit der Besetzung eines großen Sinfonieorchesters und einem großen Chor kombiniert. Dabei sind alle drei Gruppen (Chor, Orchester und »Corvus Corax«) gleichberechtigte Mitwirkende, deren besondere klangliche Möglichkeiten eigenständig genutzt werden. (...) »carmina« geblasen und getanzt erweiterte inszenierung beim musikverein onstmettingen Stimmgewaltig, mitreißend, beeindruckend und ergreifend – niemand, der Carl Orffs Meisterwerk »Carmina Burana« schon einmal gehört und gesehen hat, wird diese Attribute verleugnen können. Der musikalische Mythos von Kraft und Sinnlichkeit zieht die Menschen in seinen Bann – nicht umsonst zählt das Chorwerk zu den meistgespielten Stücken der Welt und wird derzeit auch immer häufiger von Blasorchestern gespielt, entweder als reine Transkription oder inszeniert mit Chor und Solisten. Auch die Mitglieder des baden-württembergischen Musikvereins Onstmettingen Großes Blasorchester Albstadt (MVO) sind fasziniert vom bilderreichen und farbenfrohen Klang dieses Publikumsrenners, dessen »O Fortuna« als Hintergrundmusik zahlreicher Werbespots schon lange ein Ohrwurm ist. So entstand die Idee, das 140-jährige Bestehen des Traditionsvereins in einem Rahmen zu begehen, der an die erfolgreichen Projekte »Die vier Elemente – Faszination in Musik und Tanz« (2000) und »Musikfabrik« (2002) anknüpft.

 

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