Brasszination: 10 Jahre Bayerische Brass Band Akademie

Die Bayerische Brass Band Akademie kann sich getrost als Vorreiter in der deutschen Brassband-Szene bezeichnen. In diesem Jahr feiert der Klangkörper sein zehnjähriges Bestehen.

Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass das blasmusikalische Jahr 2015 in Deutschland im Zeichen der Brassbands steht. Gerade erst fand zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder die Europäische Brassband-Meisterschaft hierzulande statt – mit brassbegeisterten Musikern und Zuhörern soweit Augen und Ohren reichten.

Aber woher kommt die Begeisterung für dieses angelsächsische Genre? Was ist die Faszination an dieser Musik, die in Deutschland lange Zeit in den Kinderschuhen festsaß? Antworten finden sich bei der Bayerischen Brass Band Akademie – 3BA –, die sich mittlerweile nicht nur national, sondern auch international auf den Bühnenbrettern etabliert hat und in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Ein Traum und drei Köpfe, die ihn verwirklichen wollen

»Diese Musik müssen wir nach Deutschland holen und etablieren«, sagten sich vor 16 Jahren Franz Matysiak, Jörg Seggelke und Claus-Peter Wittmann während der European Brass Band Championships (EBBC), die damals in München stattfanden. Es war ein musikalischer Traum, der jahrelang in den drei Köpfen schlummerte: die Brassband-Musik einer breiten Zielgruppe an Musikern und Zuhörern in Deutschland zugänglich zu machen.

Einige Jahre zogen noch ins Land bis Jörg Seggelke schließlich 2004 mit einer Brassband, bestehend aus Musikern der Bläserphilharmonie Regensburg, den Grundstein legte. Getarnt als Blechbläserensemble holten die Regensburger auf Anhieb den zweiten Platz beim deutschen Orchesterwettbewerb in Osnabrück mit bis dahin völlig unbekannter Brassband-Literatur.

Gründung der Concert Band der Bayerischen Brass Band Akademie

Im Jahr 2005 erfolgte dann die Gründung der Concert Band der Bayerischen Brass Band Akademie unter der Leitung von Franz Matysiak. Viele Musikstudenten aus dem süddeutschen Raum bereicherten von Anfang an mit ihrem Können die Band. Es war jedoch klar, dass rein persönliche Kontakte auf Dauer nicht ausreichen würden, eine konstante Besetzung auf höchstem Niveau zu erreichen.

Claus-Peter Wittmann erwies sich in der Zeit als genialer Organisator, Manager, Präsident und Tubist und begann ein Geflecht des Mit- und Füreinander zu knüpfen – deutschlandweit. Er gründete die Bayerische Brass Band Akademie unter deren Dach schlussendlich sieben Bands musikalisch wirkten, wie etwa die Brass Bands München, Regensburg, Schwaben und Hohenlohe.

Damit versuchte man sich zum einen ein profundes Netzwerk aufzubauen, zum anderen aber auch immer wieder musikalisch begabten Nachwuchs für die anspruchsvollen Ziele der Concert Band – dem Flaggschiff der Brass Band Akademie – zu generieren.

  • 26.08.2015
  • Szene
  • Eva-Maria Bossle
  • Ausgabe: 9/2015
  • Seite 52-54

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