Bootsfahrt oder Trauermarsch? - »Moonlight Sonata« von Beethoven, arr. Andrew F. Poor

Der Titel »Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll« von Ludwig van Beethoven ist auf Anhieb selbst vielen Musikliebhabern kein Begriff. Hört man jedoch den Begriff »Mondscheinsonate«, so hat man schnell die melancholischen Wellenbewegungen, die das Stück prägen, im Ohr. Ursprünglich für Klavier komponiert, arrangierte Andrew F. Poor den ersten Satz von Beethovens schon zu Lebzeiten bekannteste Sonate für Blasorchester.Beethoven selbst gab dieser Klaviersonate den Beinamen »Sonata Quasi una Fantasia« (»Sonate, fast eine Fantasie«). Die Bezeichnung »Fantasie« hat die Komposition vor ­allem ihrer Satzfolge zu verdanken, die für eine Sonate eher unüblich war. Statt mit ­einem schnellen Satz beginnt Beethoven dieses Werk mit einem melancholischen »Adagio sostenuto« und steigert das Tempo von Satz zu Satz. Zur Herkunft des Bei­namens »Mondscheinsonate« gibt es verschiedene Interpretationen: eine nächtliche Bootsfahrt, ein Trauermarsch, der auf einer Trauerszene aus Mozarts »Don Giovanni« basiert, oder aber eine Improvisation des Komponisten am Sterbebett eines Freundes.

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 6/2011
  • Seite 66-67

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