blasmusik mit göttlichem hauch - »ihre elementare sinnlichkeit speist zukunft der musikkultur«

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Hellmuth Matiasek
  • Ausgabe: 7-8/2003
  • Seite 18-19

Die Blasmusik gnadenlos aus der Bierzelt- und Amateurecke ins kulturelle Rampenlicht gezerrt hat Professor Hellmuth Matiasek beim Musikfest zum 50-jährigen Bestehen des Musikbundes von Ober- und Niederbayern in Wasserburg. Der Präsident der Bayerischen Theaterakademie als Nachfolger August Everdings und Träger des Oberbayerischen Kulturpreises 2003 verlieh der Eröffnung als Festredner eine besondere Note. Auszüge aus seiner Rede veröffentlichen wir in dieser Ausgabe von clarino.print.

»Aerophone nennt man sie, diese kostbaren musizierbaren Objekte, deren sich die Luftgeister bemächtigt haben, um ihre Sphärenmusik darauf zu blasen. Schon in der Urzeit haben Menschen Musik gemacht, ihr Ohr zum Himmel erhoben, um Geräusche und Töne der freien Natur nachzuahmen und damit dem rätselhaften magischen Weltbild eine neue, dem Menschen zugängliche Dimension zu geben. Der Mensch hörte aus dem Gesang der Vögel Sinn heraus, wie eine Metasprache. In allen Erdteilen hat der menschliche Atem Röhren verschiedenster Art zum Schwingen gebracht: in indischen Bansari-Flöten und Schneckentrompeten, in griechischen und südamerikanischen Panflöten, in Schalmeien aus dem Mittleren Osten, in Sackpfeifen und Krummhörnern.

 

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