bill moody - von unbändiger wissbegierde getrieben

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2004
  • Seite 24-25

Warum gibt es eigentlich so viele tragische Gestalten im Jazz? Sie scheinen zur Musik zu gehören wie das Saxofon oder die Trompete. Harte Drogen, schnelle Autos, frühe Tode – ein Leben auf der Überholspur. Oftmals standen Musiker an der Schwelle zum großen Durchbruch, als ein dramatisches Ereignis ihrem Leben ein jähes Ende bereitete. Ohne einen bestimmten amerikanischen Schriftsteller würde man sich an viele dieser Musiker wohl gar nicht mehr erinnern, ohne diese mysteriösen, teilweise nie völlig aufgeklärten Todesfälle würde es genauso wenig eines geben: die Jazz-Krimis von Bill Moody.

Dass so viele Jazzer tragisch enden, erklärt Bill Moody mit der »live-fast-die-young«-Mentalität. »Viele Musiker kamen früh mit Drogen in Berührung, und einigen kosteten diese ebenso früh das Leben – obwohl sie hoch talentiert waren.« Andere wie etwa Clifford Brown nahmen niemals Drogen, starben aber mit 25 bei einem Autounfall. Brown war gerade auf dem Weg in die Top Ten. Chet Baker gehört auch zu den tragischen Jazzern, obwohl es eigentlich ein Wunder sei, wie Bill Moody meint, dass er so lange gelebt habe. Er war 58 als er starb, hatte eine Drogenkarriere hinter sich – und starb beim Sturz aus einem Amsterdamer Hotelzimmerfenster.

 

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