Benny Brown: Wir »arbeiten« nicht Trompete, wir »spielen«

Benny Brown. Foto: Maik Reishaus

Man hört ja eigentlich nur Gutes über ihn. Er sei freundlich, zuvorkommend, kooperativ und absolut zuverlässig. Seine musikalische Kompetenz ist über alle Zweifel erhaben. Er ist ja eigentlich ein »Jazzer«, er sei aber auch sehr flexibel und seriös in vielen Stilen zu Hause. Das macht neugierig auf einen Musiker, einen Solisten, mit dem man als Dirigent doch gerne einmal zusammenarbeiten möchte.

Ein Treffen war schnell vereinbart und auf ging’s nach Hamburg. Mal sehen, was an guten Ideen für die Blasorchesterwelt und deren Trompeter mit Benny Brown Realität werden kann.

Wie alles begann

Benny Brown, 1983 in Münster (Westfalen) geboren, aufgewachsen in einer Musikerfamilie, war schon von Kindesbeinen an vom wunderbaren Klang des Blechs umgeben. Sein Vater, David Brown, war Solo-Posaunist im Symphonieorchester der Stadt Münster und spielte auch leidenschaftlich gerne Trompete.

»Der Sound dieser Instrumente hat mich schon immer fasziniert. Ich hatte ja auch schon ganz früh versucht, beiden ein paar Töne zu entlocken. Doch es klang zunächst nur fürchterlich. Nicht nur im Vergleich zu meinem Papa. Auf dem Klavier aber, da klangen wir beide gleich. Klavier war meine erste große Liebe und ich verbrachte fast jede freie Minute daran.«

Mit 16 zur Trompete

Mit 16 Jahren entdeckte er dann aber doch noch die Trompete für sich. Über eine Jux-Idee unter Brüdern. »Ich wollte meinen jüngeren Bruder motivieren, einmal ein paar Töne auf dem Klavier zu spielen. Ich zeigte ihm drei Akkorde und der Deal war: Ich nehme dann Papas Trompete und versuche darauf eine Melodie zu spielen.

Das kann ich ja auch nicht und wir haben dann gleiche Startbedingungen.« Ein Unterfangen, das nicht ohne Folgen blieb. »Auf einmal war da ein magischer Moment, zumindest für mich. Es funktionierte. Von da an wollte ich unbedingt Trompete lernen.« Dann ging in der Tat alles recht schnell.

Nach nur vier Jahren klassischem Trompetenunterricht und viel lokaler Orchesterpraxis wurde er nach dem Abitur im Wehrdienst 1. Flügelhornist und Trompeter im Luftwaffenmusikkorps III Münster.

»Achim Böder, Solo-Trompeter des Symphonieorchesters Münster, wurde mein Lehrer und durch ihn bekam ich eine fundierte, solide klassische Ausbildung. Es lief in den gängigen Lagen sofort schon ziemlich gut.

  • 21.06.2019
  • Szene
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 5/2019
  • Seite 46-48

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