benedettos schutzmänner - mit tuba, alphorn und pfefferspray

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Christiane Neuendorf
  • Ausgabe: 6/2006
  • Seite 28-31

Werner Aregger ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Geboren 1979 in einem kleinen Örtchen zwischen Alpenkämmen in der Schweiz. Aufgewachsen in einer Großfamilie mit sieben Geschwistern, fünf Jungen und zwei Mädchen. Alle musikalisch, drei davon Berufsmusiker. Er sei ein »aufgestellter junger Mann« sagt er über sich selbst. Was so viel heißt wie fröhlich oder heiter – auf Hochdeutsch. Dabei lacht er scheu – zurückhaltend wirkt er, dennoch aber selbstbewusst. Wenn er nämlich »Nein« sagt, dann klingt das sehr bestimmt. Sich durchsetzen – das muss man als Schweizergardist können. Als einer der knapp 120 Schutzmänner Papst Benedikt XVI., die bei ihrer Vereidigung schwören, den Papst notfalls mit dem Leben zu verteidigen.

Aregger dient als Spielführer in dieser kleinsten und ältesten Armee der Welt, der Guardia Svizzera Pontificia, kurz GSP. Das Musikkorps der Garde besteht aus 18 Musikanten plus zwei Tambouren, den Trommlern. Aregger leitet die musikalische Truppe seit Dezember 2003, als er zum zweiten Mal nach seinen ersten beiden Dienstjahren von 1999 bis 2001 nach Rom auszog. Um unter dem Wahlspruch »acriter et fideliter«, lateinisch für tapfer und treu, den persönlichen Schutz des Heiligen Vaters mitzugarantieren. »Ich habe bei der Garde besonders Geduld, Ausdauer und Demut erlernt«, sagt Aregger. Das habe ihm geholfen, sich »selbst zu finden«. Der gelernte Sanitärinstallateur brauchte »Abstand zu seinem Beruf« und wollte »etwas erleben«. Was in der Ewigen Stadt natürlich ganz besonders gut geht.

 

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