Beim Schöpf gepackt - Wenn immer alle alles spielen

Im letzten Heft war die Rede davon, wie schwierig es ist, von Amateuren »piano« einzufordern. Zum einen hängt dies vom Ansatz vieler Musiker ab, die einen akzeptablen Ton erst im Mezzoforte zustande bringen, zum anderen von der Bauart der Instrumente, die, wie etwa die Klarinette, in gewissen Lagen nur eine geringe dynamische Bandbreite aufweisen. 

Aus der Sicht des professionellen Orchestermusikers, der dafür bezahlt wird, dass er spielt oder schweigt, stellt sich die Problematik natürlich anders dar. Da auf seinem Notenpult nicht Arrangements, sondern meist Originalkompositionen liegen, deren Komponisten Meister der Instrumentation sind, die wissen, unter welchen Bedingungen ein »piano« möglich ist, trifft auf ihn und seine Kollegen die simple Erkenntnis zu, dass dort, wo es leise zu sein hat, in den seltensten Fällen alle zum Einsatz kommen.

Infos: www.aloisschoepf.at

  • 17.12.2012
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 1/2013
  • Seite 39

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