Beim Schöpf gepackt - Warum sie es nicht wissen können!

  • 20.09.2013
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 10/2013
  • Seite 43

Im letzten Heft ritt ich eine heftige Attacke gegen die Langweiler am Dirigentenpult. Dabei blieb eine Frage unbeantwortet: ­Warum es so vielen von ihnen gelingt, ausgezeichnete Orchester zu leiten, in die höchsten Ränge des Blasmusikfunktionärs­himmels aufzusteigen und dort als Unterrichtende ihr Unwesen zu treiben? Eine mögliche Antwort wird bestimmt von all jenen bestätigt, die Dirigenten sind und ­zugleich in einem Orchester spielen. Wer nämlich vor einem Notenpult sitzt, ist wohl in der Lage, den Umgang des Kapellmeisters mit seinen Musikern zu beurteilen, bestimmt jedoch nicht, wie das Ergebnis, das dabei herauskommt, einzuschätzen ist. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass sich vor allem der Amateurmusiker zuerst auf seine eigenen Aufgaben zu konzentrieren hat und beim Schwierigkeitsgrad der heute üblichen Literatur froh sein muss, ein Stück ohne technische Einbrüche zu bewältigen. Zum anderen bekommt er, mitten unter Stimmkollegen und als aktives Mitglied des Orchesters, immer nur einen örtlich verzerrten Detail- und niemals einen gültigen Gesamtklang zu hören. 

www.aloisschoepf.at

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