Beim Schöpf gepackt - Schluss mit dem Etikettenschwindel

  • 20.03.2012
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 4/2012
  • Seite 37

Bereits die Harmoniemusik der Klassik sah es als ihre Aufgabe an, bei abendlichen Sere­naden die beliebtesten Melodien aus dem gerade aktuellen Opernrepertoire ­einem flanierenden Publikum zu Gehör zu bringen. Dass diese Funktion in den letzten Akt der Oper »Don Giovanni« Aufnahme fand und zwar mit einem Zitat aus Mozarts eigener Oper »Le nozze di figaro«, beweist die Genialität eines Komponisten, für den dreifach gestaffelte Ironie nichts Außer­gewöhnliches ist. Dass derselbe mit seiner »Gran Partita« für einen absoluten Höhepunkt und das erste vollkommen eigenständige, große Werk der Bläserliteratur verantwortlich zeichnet, ist vor solchem Hintergrund nicht weiter verwunderlich. 

www.aloisschoepf.at

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