Beim Schöpf gepackt - Niemand will schlecht sein!

Jeder einigermaßen erfahrene Besucher musikalischer Fortbildungsveranstaltungen oder hochkarätiger Konzerte kann ein Lied davon singen: Diejenigen, die ohnehin schon ein ausgezeichnetes Orchester leiten und über umfassende musikalische Kenntnisse verfügen, lassen keine Gelegenheit aus, sich weiterzubilden oder genau hinzuhören, wenn ein berühmter Kollege vorführt, was er unter Musik versteht. Diejenigen jedoch, von denen man weiß, dass es ihnen gut täte, einmal ein wirklich ausgezeichnetes Orchester zu hören und über den Tellerrand der Trivialmusik hinauszuschauen, mit der sie ihre Programme bestreiten, glänzen meist durch Abwesenheit.Dennoch wird keiner von ihnen offen eingestehen, dass er ein schlechtes Orchester leitet und nichts anderes beabsichtigt. Im Gegenteil: Auch noch die wildeste Banda wird von sich behaupten, ausgezeichnet zu spielen! Im Rahmen der Möglichkeiten natürlich – dieses gummiparagraphenartige Zugeständnis an die Wirklichkeit wird immerhin hinzugefügt.

Infos: www.aloisschoepf.at

  • 21.09.2011
  • Essay
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 4/2011
  • Seite 37

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