Beim Schöpf gepackt - Der Schuss ins eigene Knie

Wer eine Konzertreihe zu organisieren hat, informiert sich über Fachzeitschriften und über Vertrauenspersonen, die aufgrund ­ihrer langjährigen Erfahrung etwaige Jubelmeldungen über Orchester und ihre Diri­genten – Verrisse gibt es in der zart­besaiteten Bläserszene ja keine – korrigieren oder bestätigen. Danach setzt der Veranstalter die Recherche im Internet fort, wo Such­maschinen ihn zur Homepage des jeweiligen Musikvereins führen. Sollte eine solche erst gar nicht vorhanden sein, ist der Schluss von kommunikationstechnischer Vorsintflutlichkeit auf ein ebenso niedriges künstlerisches Qualitätsbewusstsein durchaus legitim und, wie es so schön heißt: Der Kandidat scheidet aus.

www.aloisschoepf.at

  • 17.10.2012
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 11/2012
  • Seite 41

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